07.01.2022 08:21 |

Für Salon in Tirol

Friseurin: „Seit einem Jahr keine Hilfe erhalten“

„Koste es, was es wolle“, sicherte der mittlerweile zurückgetretene ÖVP-Finanzminister Gernot Blümel zu Beginn der Pandemie den von den Lockdowns betroffenen Betrieben in Österreich finanzielle Unterstützung zu. Fast zwei Jahre ist dieses Versprechen alt. Die angekündigten unbürokratischen Hilfen waren alles andere als leicht zu beantragen. Selbst Steuerberater klagten über die komplexen Formulare und Amtswege. Die „Krone“ berichtete schon öfter von Betrieben, die monatelang warten mussten, bis endlich Hilfe kam. Ein aktueller Fall aber „schlägt dem Fass den Boden aus“, wie es so schön heißt.

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Denn Manuela Findenig, die Betreiberin eines Friseursalons in Wattens, erzählt, dass „ich seit Jänner des Vorjahres keinerlei Unterstützung mehr bekommen habe“. Lediglich über den Härtefallfonds habe die Unternehmerin einmal Hilfe erhalten. Von Umsatzersatz, Ausfallsbonus oder Kurzarbeitsbeihilfe sei nichts in Sicht.

„Bei der Cofag (Covid-19 Finanzierungsagentur des Bundes, Anm.) hebt sowieso nur alle 14 Tage jemand ab. Dann heißt es immer, dass mein Fall noch in Bearbeitung ist“, ärgert sich die gebürtige Kärntnerin, die ihren Salon seit 2015 betreibt.

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In den Medien behaupten die Politiker immer, dass alles rasch abgewickelt werde. Das gilt vielleicht für den Tourismus, aber auf uns kleinere Unternehmer wird komplett vergessen.

Manuela Findenig

Auch über AMS verärgert
Nicht viel besser sehe es laut Findenig beim AMS aus. „Als ich dort wegen der Kurzarbeitsbeihilfe anrief, wurde mir gesagt, ich solle über das eAMS-Konto um einen Rückruf ansuchen“, zeigt sie sich fassungslos. „In den Medien behaupten die Politiker immer, dass alles rasch abgewickelt werde. Das gilt vielleicht für den Tourismus, aber auf uns kleinere Unternehmer wird komplett vergessen.“

„Musste meine eigenen Geldreserven einsetzen“
Wie die Unternehmerin weiter erzählt, „musste ich aufgrund der fehlenden Hilfen leider schon eine meiner drei Mitarbeiterinnen kündigen und auf 20.000 Euro meiner privaten Reserven zurückgreifen“. Ende Jänner steht nun der nächste Gang zur Bank an, um einen Kredit zu beantragen.

„Da werde ich dann wohl auch mein Haus als Garantie einsetzen müssen“, sagt Findenig abschließend, die nicht weiß, ob ihr Salon überleben wird, wenn nicht bald Hilfe kommt.

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