06.01.2022 16:00 |

Mehr Opferschutz

Tötungsdelikte nehmen zu: Frauen häufiger Opfer

In Kriminalfällen steht oft nur der Täter im Vordergrund. Hier knüpft die Opferschutz-Organisation Weißer Ring an: Sie bietet rechtliche und psychologische Hilfe sowie Beratung für Verbrechensopfer. Außerdem kämpft sie vor Gericht für deren Rechte. Der Salzburger Anwalt Stefan Rieder zieht mit der „Krone“ eine Bilanz.
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13 Tötungsdelikte landeten im Jahr 2021 auf dem Tisch von Stefan Rieder, darunter meist vorsätzliche Mordfälle, aber auch einige fahrlässige Tötungen, wie beispielsweise der „Fall David“, bei dem ein Kleinkind am OP-Tisch starb. Rieder spricht von einer Zunahme: „Dies korreliert mit der hohen Zahl an Femiziden, also Morden an Frauen.“

Auch bei den Raub-Delikten gibt es eine „konstant hohe Anzahl“, so Rieder, der im abgelaufenen Jahr 25 Fälle bearbeitet hat. „Auffallend ist, dass fast alle Raubüberfälle mit einer Waffe, meistens einem Messer, verübt werden“, sagt er. Der Großteil der Fälle sind aber gefährliche Drohungen und Nötigungen – insgesamt 47.

Online-Beratung und höheres Schmerzengeld
Rund 200 Betroffene wandten sich heuer an den Weißen Ring, 127 baten dabei um Prozessbegleitung - davon war die überwiegende Mehrheit männlich. Neu beim Weißen Ring ist die Online-Beratung. Seit Herbst können sich Betroffene sowohl telefonisch als auch auf der Homepage melden: „Darauf sind wir stolz. Das Online-Angebot wird gerade von jungen Menschen sehr gut angenommen.“

Und eine Entwicklung freut Rieder besonders: „Es ist erfreulich, dass die Zusprüche für Opfer angezogen haben.“ Die Gerichte sprechen ihnen mehr Schmerzengeld zu: 20.000 bis 40.000 Euro sind es für Hinterbliebene bei Tötungsdelikten. „Mit steigender Tendenz, das war früher nicht so“, so Rieder.

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