29.12.2021 15:14 |

Pommers Feierabend

Neues vom Planeten Ivermectin

Einen schönen Mittwochabend.

Dass ausgerechnet an dem Tag, an dem der erste Landeshauptmann die Anwesenheit von Außerirdischen offiziell dementieren muss, FPÖ-Chef Herbert Kickl in der „ZIB2“ auftritt, kann ich als jemand, der in seiner Jugend viel „Star Trek“ geschaut hat, nicht für einen Zufall halten. Ich gebe zu, die Captain-Picard-Schule hat mich nicht gelehrt, diese intergalaktische Botschaft vom Planeten Ivermectin zu entschlüsseln, aber wir sollten da genauer hinsehen. Vielleicht mit einer gesamtstaatlichen Krisenkoordination ohne Befugnisse, die, wenn es hart auf hart kommt, sofort Untergruppen bilden kann. Hans Peter Doskozil war es, der nach einer Anfrage der FPÖ erklären musste, dass ihm Alien-Besuche in seinem Bundesland nicht bekannt sind. Was mich nicht sonderlich erstaunt, was hätten extraterrestrische Besucher dort auch verloren? In Filmen werden immer zuerst Millionenmetropolen zerstört, New York scheint bei der Sternenallianz besonders verhasst. Dass die UFOs ihre ersten Torpedos über dem Outlet Center Parndorf abwerfen, wäre unverständlich - außer vielleicht für jene, die dort arbeiten.

Kickl schwört bei Martin Thür immer noch auf das Pferdewurmmittel Ivermectin, das vor allem dann erfolgreich gegen Covid eingesetzt werden kann, wenn man es in letalen Dosen einnimmt. In diesen Mengen wirkt es auch gegen Krebs, Bluthochdruck, Borreliose, Diabetes mellitus, Schizophrenie und viele andere Krankheiten. Es ist geradezu verwunderlich, dass Kickl nicht Quecksilberkuren empfiehlt. Mit dem FPÖ-Chef wird der medienöffentliche Umgang jedenfalls immer komplizierter - wird er ausgeblendet, gilt er als Märtyrer, den der Öffentlich-Rechtliche und die Mainstream-Medien bewusst verschweigen, bekommt er eine Bühne, findet darauf ein Theaterstück voller Lügen, Märchen und lebensgefährlichem Unsinn statt. Zensur ist keine Lösung, aber es braucht die Diskussion: Wie umgehen mit jemandem, der im Fernsehen ein solches Medikament lobpreist? Dafür kommt Kickl im TV zumindest freundlich und liebevoll rüber. Sagen wir so, ich würde zum Abendessen lieber Jeffrey Dahmer treffen, selbst wenn ich auf dem Speiseplan stehe. Aber Sympathie ist vermutlich Schwäche.

Eine Kleinigkeit kann ich bekannt geben: An Tagen meiner Abwesenheit ist immer Michael Pichler für mich eingesprungen, weil er einen ähnlichen Namen hat wie ich. Das hat für Verwirrung gesorgt, nicht zuletzt bei uns selbst. Hätten wir nicht unterschiedliche Frisuren, wir könnten uns nicht mehr auseinanderhalten. Und so haben wir uns auf eine österreichische Lösung geeinigt: Bin ich nicht da (Urlaub, Krankenstand, Flucht, UFO-Entführung), gibt es in dieser Zeit keinen Newsletter. Und so wünsche ich Ihnen jetzt schon einen guten Rutsch ins neue Jahr. Kopf hoch. Irgendwann muss es ja besser werden.

Ich wünsche einen schönen Feierabend, so Sie einen haben.

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