16.12.2021 19:00 |

Biobauer im Interview

„Es ist moralische Pflicht, Tiere gut zu halten“

Norbert Hackl fährt mit seinem „Labonca“-Freilandhaltungs-Betrieb große Erfolge ein. Was er vom neuen Gesetzesentwurf hält, das künftig keine Vollspaltenböden, aber mehr Platz für Schweine im Stall vorschreibt - und worauf aus seiner Sicht vergessen wurde.

Sie halten in Burgau glückliche Schweine, die im Freien leben können, sich suhlen, Geburtsnester bauen. Fahren Sie gut damit?

Wirtschaftlich ist es eine Herausforderung. Aber sobald man erklären kann, warum unsere Produkte teurer sind, sobald man Emotionen wecken und den Menschen unsere Schweine zeigen kann, funktioniert es. Der Markt wächst auf jeden Fall.

Was halten Sie von den neuen Vorgaben?

Es ist ein Schritt. Mehr nicht. Man hat sich wieder nicht auf die Seite der Tiere gestellt und die wesentlichste Frage gestellt: Was brauchen sie? Sondern überlegt, was wirtschaftlich für die Produzenten möglich sein könnte.

Welche Bedürfnisse haben Schweine?

Solche, die in konventioneller Haltung nicht einmal im kleinsten Ansatz erfüllt werden. Ein Schwein möchte zwei Drittel des Tages im Boden wühlen können, nach Pflanzenresten etwa. Es möchte sich für die Geburt der Kleinen selbst ein Strohnest bauen können und nicht in diese unsäglichen Kasten gesperrt werden, wie es sie heute noch gibt. Es möchte sich suhlen können, was in keinem Stall möglich ist. Wenn wir Tiere für den Genuss töten, ist es unsere moralische Pflicht, zumindest ihr Leben artgerecht zu gestalten!

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