16.12.2021 17:00 |

Tiroler Studie zeigt

Mehr Frauen als Männer von Long Covid betroffen

Eine groß angelegte Tiroler Studie hat jene im Fokus, die eine Corona-Infektion daheim auskuriert haben, aber noch lange an den Folgen leiden. Mehr als 3000 Betroffene haben dazu ihre Erfahrungen geschildert. Es hat sich gezeigt, dass mehr Frauen als Männer an Long Covid leiden und die Symptome in der Akutphase die Genesungsdauer wesentlich beeinflussen. 

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Mehr als 3000 Corona-Patienten aus Tirol (2065) und Südtirol (1075) haben sich an der Online-Befragung der Medizin-Universität Innsbruck beteiligt. Im Fokus standen Personen, die die Krankheit daheim auskuriert haben – also einen vergleichsweise milden Verlauf hatten, dennoch oft Monate später noch an den Folgen litten oder leiden.

Mediziner aus Nord- und Südtirol im Forscherteam
Die Fragen, die das interdisziplinäre Forscherteam rund um Judith Löffler-Ragg und Günter Weiss (beide Innere Medizin II der Klinik Innsbruck), Raimund Helbok (Neurologie Innsbruck) sowie ihre Südtiroler Kollegen Dietmar Ausserhofer und Giuliano Piccoliori beschäftigten: Wer ist trotz milderem Krankheitsverlauf häufiger von Long Covid betroffen? Welche Symptome bei einer akuten Erkrankung deuten auf ein erhöhtes Risiko für Long Covid hin? Und welche Beschwerden haben Betroffene hauptsächlich?

Risiko für Männer um 35 bis 55 Prozent geringer
In der Auswertung zeigte sich ein mit anderen Studien vergleichbares Bild: Demnach sind mehrheitlich Frauen von Long Covid betroffen. „Männer hatten ein um 35 bis 55 Prozent vermindertes Risiko“, zitiert Löffler-Ragg ein zentrales Ergebnis. Frauen sind eher betroffen, obwohl sie ein geringeres Risiko für einen schweren akuten Verlauf haben und seltener ins Spital müssen. Das Warum ist noch nicht ausreichend erforscht.

Im Schnitt 13 Symptome bei 35- bis 55-Jährigen
Was die Forscher noch bestätigt bekamen: Wer in der akuten Erkrankungsphase nicht vorwiegend (nur) grippeähnliche Symptome hatte, sondern vor allem oder zusätzlich neurologische Beschwerden, Herz-Lungen-Probleme oder die Bauchorgane betreffende Beschwerden, dessen Genesung verzögerte sich signifikant. Löffler-Ragg: „Es war überraschend, dass vor allem Menschen im arbeitsfähigen Alter von 35 bis 55 Jahren einen akuten Infekt mit durchschnittlich 13 Symptomen zu Hause durchmachten, der häufig dieser Multiorgan-Symptomatik zuzuordnen war.“

Ein Krankheitsbild mit vielen Gesichtern
Als Long Covid werden Beschwerden bezeichnet, die länger als 28 Tage nach der Infektphase anhalten. Das Erscheinungsbild ist aber sehr vielfältig. „Die Hauptgruppe der Betroffenen zeigte eine hohe Anzahl von postakuten Multiorgan-Symptomen wie Erschöpfung, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Kurzatmigkeit, Herzrasen, Engegefühl im Brustkorb, Verdauungsprobleme und Hauterscheinungen“, erläutert Neurologe Raimund Helbok.

Die Forscher sehen die Ergebnisse ihrer groß angelegten Befragung als wichtige Grundlage für den Aufbau eines Versorgungsmodells. Das wird in Tirol gerade ausgearbeitet.

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