Krankenstand-Aus

Bei AMS nicht gesund gemeldet: 1000 Euro Abzug

Die Situation von Alois K. (59) aus dem oberösterreichischen Leonding ist prekär: Seine Frau wurde in Kurzarbeit geschickt, er selbst ist seit 2019 arbeitslos. Nach einem Krankenstand im Oktober meldete er sich bei der Gesundheitskasse gesund, vergaß jedoch auf das AMS. Die Folge: Das ihm ausbezahlte Unterstützungsgeld verringerte sich um fast 1000 Euro.

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„Ich war fest überzeugt, dass die Gesundheitskasse meine Gesundmeldung automatisch ans AMS weiterleitet“, sagt Alois K. (59) aus Leonding. Der Beschäftigungslose war im November bei der Kontrolle seines Bankauszugs gewaltig erschrocken: „Ich hab’ gesehen, dass mir das AMS um fast 1000 Euro weniger Unterstützungsgeld überwiesen hatte als sonst.“ Bei einer Nachfrage wurde ihm erklärt, dass er sich im Oktober zwar beim AMS krank, später aber nicht gesund gemeldet habe.

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Ich kann zwar persönlich gut nachvollziehen, dass ein finanzieller Abzug jemanden hart trifft und der Ärger darüber groß ist. Doch es gibt Regeln, die unbedingt einzuhalten sind, darüber können wir uns nicht hinwegsetzen.

AMS OÖ-Chef Gerhard Straßer

„Ersparnisse völlig aufgebracht“
Für K., der auch eine fast 50-prozentige Behinderung aufweist und seit 2019 ohne Beschäftigung ist, bedeuten 1000 Euro weniger einen nicht verschmerzbaren finanziellen Einschnitt. „Meine Ersparnisse sind durch die Arbeitslosigkeit völlig aufgebraucht. Dazu kommt, dass meine Frau in Kurzarbeit geschickt worden ist.“ Er will den Bescheid rechtlich bekämpfen und notfalls bis zum Bundesverwaltungsgericht ziehen: „Ich hab’ ja keine Arbeit verweigert, das ist doch ein Unterschied!“

AMS-OÖ-Chef Gerhard Straßer verweist – ohne auf den konkreten Fall einzugehen – darauf, dass Unterstützung nur an Personen ausbezahlt werden darf, die beim AMS gemeldet sind. „Wer sich krank abmeldet, kann nicht berücksichtigt werden.“

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