15.12.2021 15:26 |

Sogar Kind verletzt

Wegen „Familienehre“: Frauen spitalsreif geprügelt

Eigentlich war es ein vermeintlicher Einbruch, wegen welchem die Wiener Polizeibeamten der Polizeiinspektion Am Schöpfwerk ausrückten. Doch als die Beamten in der Wohnung eintrafen, spielten sich unfassbare Szenen ab. Eine Männergruppe prügelte wie von Sinnen auf mehrere Frauen ein, die sich in der Wohnung befanden - angeblich hatten sie gegen „religiöse Gesetze“ verstoßen. Mit dem brutalen Übergriff sollte die „Familienehre“ verteidigt werden. 

Als die Beamten bei der Wohnung eintrafen, war die Balkontür eingeschlagen und Geschrei zu hören. In der Wohnung hatten sich anfangs drei Frauen im Alter von 21, 23 und 45 Jahren sowie zwei Kinder, eines davon erst eineinhalb Jahre alt, befunden. Außerdem war noch der 20-jährige Freund der 23-Jährigen vor Ort. Der Umstand, dass die 23-Jährige und der Tschetschene (20) eine Beziehung führten, hatte die männlichen Angehörigen erzürnt.

Bruder drohte Frauen am Telefon
Die junge Frau erhielt einen Anruf ihres 18-jährigen Bruders, der ihr drohte, dass der Ehemann (28) der 21-jährigen Frau auf dem Weg sei, um seine Ehefrau zu schlagen. Dieser kam allerdings nicht alleine, sondern in Begleitung seines Bruders (28), seines Vaters sowie dem 18-Jährigen und dessen Vater (52). Als einer der wütenden Männer die Balkontüre eintrat, riefen die Frauen die Polizei.

Männer prügelten wie von Sinnen auf Frauen ein
Die Männer, allesamt Staatsbürger der Russischen Föderation, beschimpften die anwesenden Frauen, der 23-Jährige, der 28-Jährige und der 52-Jährige fingen anschließend an, wie von Sinnen auf die 23-Jährige einzuschlagen, weil sie den Männern zufolge ohne Erlaubnis gegen ihre religiösen Gesetze verstoßen habe. Der Ehemann der 21-Jährigen habe auch auf seine Frau eingeschlagen, weil er der Meinung war, auch sie hätte etwas mit dem 20-Jährigen, dem Freund der 23-Jährigen. Ihren Angaben zufolge soll er bereits in der Vergangenheit mehrmals ihr gegenüber gewalttätig gewesen sein.

Auch Kleinkind verletzt im Spital
Aufgrund der unübersichtlichen Lage forderten die Beamten Verstärkung an, der 23-Jährige, der 28-Jährige und der 52-Jährige wurden festgenommen, alle Weiteren auf freiem Fuß angezeigt. Die beiden Frauen (21 und 23), das eineinhalb Jahre alte Kind und der 18-jährige Bruder wurden bei dem Angriff verletzt. Sie mussten von der Berufsrettung Wien versorgt und anschließend in ein Spital gebracht werden. Insgesamt wurden elf Betretungs- und Annäherungsverbote ausgesprochen.

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