14.12.2021 10:05 |

Prügel statt Debatte

Brasilien: Politiker trugen Streit im Boxkäfig aus

Der Bürgermeister einer brasilianischen Kleinstadt hat einen politischen Streit mit einem ehemaligen Stadtratsmitglied im Boxring ausgetragen. Simao Peixoto, Bürgermeister von Borba im Amazonasgebiet, forderte den Ex-Stadtrat Erineu da Silva zu einem Mixed-Martial-Arts-Kampf heraus. Der hatte zuvor wiederholt Peixotos Management eines städtischen Strandbads kritisiert. Das Spektakel wurde zum Zuschauerhit, zog jedoch auch scharfe Kritik nach sich.

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Lokalen Medienberichten zufolge hatte ein Video da Silvas, in dem er dem Bürgermeister „Prügel“ androhte, das Fass zum Überlaufen gebracht. Der 39-jährige Amtsträger konterte mit der Aufforderung, in den Ring zu steigen. Der Kampf - auf drei Runden angesetzt, mit Punktrichtern und vollen Zuschauerrängen - wurde am Sonntagmorgen in der städtischen Turnhalle ausgetragen. Auf der Facebook-Seite des Bürgermeisters konnte das Event live verfolgt werden (siehe unten).

Bürgermeister tritt gern mit Boxhandschuhen auf
Peixoto, ein ausgewiesener Kampfsport-Fan, der in politischen Werbespots gern mit Kampfhandschuhen auftritt, betrat den Ring stampfend und mit aggressiver Gestik. Im folgenden Gerangel brachte da Silva den Bürgermeister zweimal zu Boden. Beiden Kämpfern schien jedoch recht schnell die Puste auszugehen. Am Ende erklärten die Punktrichter Peixoto zum Gewinner, die Kontrahenten umarmten sich sportsmännisch.

Peixoto sagte hinterher, die Veranstaltung habe der Förderung des Sports gedient. Auch seien Spenden für wohltätige Zwecke gesammelt worden.

Kampf verstieß klar gegen Corona-Regeln
Kritik an dem Spektakel ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Die Gesundheitsbehörde des Bundesstaates Amazonas forderte eine Erklärung von den städtischen Behörden, wie diese Massenveranstaltung mit reihenweise Verstößen gegen die Corona-Auflagen habe stattfinden können.

Andere tadelten die Politiker dafür, dass sie im Kontext einer ohnehin bereits stark aufgeheizten politischen Debatte im Land ihre Meinungsverschiedenheit wortwörtlich mit den Fäusten ausgetragen hatten. „In diesem Kampf gab es nur Verlierer - einschließlich einer gesunden öffentlichen Debatte und vor allem der Wähler“, kommentierte das Nachrichtenmagazin „Veja“.

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