Gewalt gegen Frauen

Gewaltbeziehung: Im Krisenfall zählt jede Stunde

In den „16 Tagen gegen Gewalt“ wurden drei Frauen in Österreich ermordet. Umso wichtiger für Betroffene, Angebote sichtbar zu machen: kostenlose, anonyme Beratung rund um die Uhr und sechs Frauenhäuser, die Zuflucht bieten. Großes Ziel der Politik für das kommende Jahr: ein eigenes Gewaltschutzgesetz für NÖ.
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Frauenrechte sind Menschenrechte. Jede Frau hat das Recht auf ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben. Diese Botschaft gilt es nicht nur im Rahmen der „16 Tage gegen Gewalt“ zu betonen. „Gerade die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage sind leider eine Zeit, in der sich Gewalt besonders stark sichtbar macht“, hält Soziallandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig fest. Auch die Lockdown-Zeiten belasten Familien sehr. Allein in den letzten 16 Tagen hat sich österreichweit die Zahl der Frauenmorde im heurigen Jahr von 27 auf 30 erhöht. Ein alarmierendes Zeichen.

Unterstützungsangebote stehen bereit
Umso wichtiger sei es, immer wieder auf die Unterstützungsangebote für Betroffene hinzuweisen. In NÖ stehen in Krisensituationen sechs Frauenhäuser als Zufluchtsorte zur Verfügung. Hier wurde seitens des Landes in ein Maßnahmenschutzpaket - wie etwa Alarmanlagen und Videoüberwachung - investiert. „Zusätzlich ist es uns gelungen, die Aufwertung des Personalschlüssels und die Sockelfinanzierung auf neue Beine zu stellen. Damit steht pro Frau eine Stunde mehr Betreuungszeit pro Woche zur Verfügung“, so Königsberger-Ludwig. Bei 58 Plätzen in NÖ sind das in Summe pro Jahr bis zu 3000 Stunden mehr.

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Wir wollen die Gewalthilfe von der Sozialhilfe absplitten und in Niederösterreich ein Gewaltschutzgesetz im kommenden Jahr schaffen.

Ulrike Königsberger-Ludwig, Soziallandesrätin in NÖ

Als wahrer Meilenstein kann das heuer auf den Weg gebrachte bundesländerübergreifende Pilotprojekt bezeichnet werden. Damit finden Frauen über die Bundesländergrenzen hinweg Unterschlupf in Frauenhäusern. „Frauen werden kostenlos zu allen Fragen des Lebens begleitet“, erklärt Barbara Prettner, Sprecherin der Frauenhäuser in NÖ. Ob spontan in Akutsituationen oder geplant; Gewaltopfer und auch ihre Kinder finden bis zu einem Jahr Zuflucht.

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