Für wen Quarantäne?

Corona-Fall im Landtag: FPÖ-Abgeordnete positiv

Kärnten
26.11.2021 15:08

Einen bestätigten Covid-Fall gibt es im Kärntner Landtag: FPÖ-Abgeordnete Elisabeth Dieringer-Granza wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Sie dürfte auch bei der Sitzung am Donnerstag schon infiziert gewesen sein. Nun muss das Gesundheitsamt entscheiden, welche Abgeordneten und Mitarbeiter als Kontaktpersonen eingestuft werden - all jene, die nicht geimpft sind, müssten theoretisch in Quarantäne.

In einer E-Mail, die der „Krone“ vorliegt, werden alle Abgeordneten zum Kärntner Landtag am Freitag gewarnt: Die FPÖ-Abgeordnete Elisabeth Dieringer-Granza dürfte bereits am Donnerstag während der Landtagssitzung positiv gewesen sein. Alle Politiker und Mitarbeiter werden nun aufgerufen, ihren Gesundheitszustand zu beobachten.

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Frau Abgeordnete Dieringer-Granza hat Herrn Landtagspräsidenten Ing. Reinhart Rohr heute mitgeteilt, dass sie vermutlich bereits gestern positiv auf Covid-19 getestet war. Es darf ersucht werden, dass sich alle selbst beobachten und sich erforderlichenfalls testen.

E-Mail an alle Abgeordneten vom Kärntner Landtagsamt

Negativer Schul-Test
Freilich werden alle Abgeordneten und Mitarbeiter vor Beginn jeder Landtagssitzung auf einen negativen Corona-Test bzw. eine erfolgte Impfung gegen das Virus kontrolliert. FPÖ-Angeordnete Dieringer-Granza, die ja Lehrerin ist, legte einen Schul-Test vor, bestätigt Landtagspräsident Reinhart Rohr: „Ihr PCR-Test, der am Dienstag in der Schule durchgeführt worden ist, war am Donnerstag negativ“. Einen Tag später, am Freitag, bekam Dieringer-Granza jedoch das Ergebnis eines am Mittwoch durchgeführten Tests - und das war positiv.

FPÖ-Politikerin und Landtagsabgeordnete Elisabeth Dieringer-Granza (Bild: Uta Rojsek-Wiedergut)
FPÖ-Politikerin und Landtagsabgeordnete Elisabeth Dieringer-Granza

Abgeordnete nicht geimpft
Dieringer-Granza geht selbst davon aus, dass sie auch während der Landtagssitzung bereits infiziert war. Das geht aus der oben genannten E-Mail hervor. Für ein Statement gegenüber der „Krone“ war sie am Freitag nicht erreichbar. Die Abgeordnete - sie übrigens nicht gegen das Coronavirus geimpft - machte in der Sitzung am Donnerstag gleich mehrere Wortmeldungen und sprach sich dabei, wie schon in den vergangenen Monaten, gegen sämtliche Schutzmaßnahmen aus.

Aufruf zu Anti-Corona-Demo in Klagenfurt
Zudem rief Dieringer-Granza auch zur Anti-Corona-Demo auf, die am Samstag in Klagenfurt stattfinden soll. Die Protestaktion wurde - wie berichtet - von einer Privatperson aus Oberkärnten organisiert. Trotzdem bewerben die Freiheitlichen sie aber auf sämtlichen Kanälen. Am Donnerstag ließen sich FPÖ-Politiker, darunter Dieringer-Granza, auch mit Vertretern der umstrittenen Impfgegner-Gruppe „Studenten stehen auf“ ablichten - die Gruppe nimmt ebenso an der Demonstration teil. Parteichef Erwin Angerer wird auf der anschließenden Kundgebung auch eine Rede halten.

Dieringer-Granza (ganz re.) mit Partei-Kollegen (li.) und Vertretern der Gruppe „Studenten stehen auf“ rufen zur Anti-Corona-Demo am Samstag auf. (Bild: zVg)
Dieringer-Granza (ganz re.) mit Partei-Kollegen (li.) und Vertretern der Gruppe „Studenten stehen auf“ rufen zur Anti-Corona-Demo am Samstag auf.

Wie geht‘s im Landtag weiter?
Wie überall gelten derzeit auch im Kärntner Landtag Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie: Sitzplätze sind mit Plexiglasscheiben getrennt, das Rednerpult muss nach jeder Wortmeldung desinfiziert werden und überall außer am eigenen Sitzplatz und am Rednerpult gilt Maskenpflicht. Trotzdem gelten die Abgeordneten und Mitarbeiter, die an der Landtagssitzung am Donnerstag teilgenommen haben, wohl oder übel als Kontaktpersonen - die Frage ist jedoch, in welche Kategorie sie fallen...

Wird Impfstatus abgefragt?
Zumindest die näheren Sitznachbarn von Dieringer-Granza - also ihre Parteikollegen - dürften höher eingestuft werden. Wer in welcher Kategorie als Kontaktperson eingestuft wird, wird vom Gesundheitsamt entschieden. Die Behörde könnte nun möglicherweise von den Abgeordneten und Mitarbeitern verlangen, ihren Impftstatus offenzulegen - denn theoretisch müssten all jene, die nicht geimpft sind, in Quarantäne.

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