Finanzielle Verluste

Schock in NÖ-Alpinregion: Skilifte werden abgebaut

Paukenschlag für die Skisaison in Niederösterreich: Die Schröcksnadel-Gruppe gab bekannt, die Skilifte in Lackenhof am Ötscher im niederösterreichischen Bezirk Scheibbs einstellen zu wollen. Der ganzen Region drohen nun massive wirtschaftliche Verluste. 

Als die ersten Schneeflocken gefallen sind, gab es noch Hoffnung: Auf der Homepage der Ötscherlifte war zu lesen, dass bei ausreichend Schnee, der Betrieb am 4. Dezember aufgenommen werden soll. Doch daraus wird nichts mehr: Die Schröcksnadel-Gruppe, die 60 Prozent an der Gesellschaft hält, hat Freitagmittag bekannt gegeben, dass der Leitbetrieb eingestellt und die Anlagen abgebaut werden sollen. Der Hintergrund: Die Anlage befindet sich seit Jahren in der Verlustzone. Das finanzielle Minus konnte bisher nur durch den Gewinn anderer Wintersportregionen ausgeglichen werden - die Corona-Pandemie verschlechterte die Lage natürlich weiter.

Düstere Aussichten
Gleichzeitig gibt es im Ort keinen wirklich großen Beherbergungsbetrieb. Die Ansiedelung eines derartigen Hotels konnte in den vergangenen Jahren auch keinem Betreiber schmackhaft gemacht werden. Für die gesamte Region ist das Aus für den Wintertourismus eine Katastrophe. „Aufgrund der Lage und der Infrastruktur ist aber leider nicht davon auszugehen, dass sich neue Betreiber finden würden“, meint ein Experte. 

Mitarbeiter sollen gehalten werden
„Die Ötscherlifte werden bereits in der kommenden Wintersaison keinen Betrieb mehr durchführen können. Die Anlagen werden - sobald dies von der Witterung her möglich und wie seilbahnrechtlich vorgeschrieben - im Frühjahr zurückgebaut. Mit den zwölf fest angestellten Mitarbeitern der Ötscherlifte werden Gespräche mit dem Ziel geführt, eine Tätigkeit in einem unserer anderen Skigebiete oder in der ecoplus Alpin GmbH aufzunehmen“, erklärten die beiden Gesellschafter Markus Schröcksnadel und Markus Redl auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz.

Inhaber der Hochkar-Ötscher-Kombikarte (Anm.: Saisonkarte nur für diese beiden Skigebiete) für 2021/2022 können bis zum Saisonbeginn vom Kauf zurücktreten oder diese in eine Saisonkarte für das Hochkar umwandeln. Dort wird der Betrieb nämlich weitergeführt.

SPÖ-Chef kündigt Forderungspaket an
Am Freitagabend gab es indes auch erste Reaktionen aus der Landespolitik. „Wir werden die Schließung der Skilifte in Lackenhof nicht hinnehmen. Da hängen hunderte Arbeitsplätze dran“, erklärt etwa SPÖ-Landesvize Franz Schnabl. Am Montag will die SPÖ dazu ein eigenes Forderungspaket präsentieren. 

Lukas Lusetzky
Lukas Lusetzky
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Donnerstag, 09. Dezember 2021
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