19.11.2021 10:59 |

Notunterkunft

Grenzschutz: Migrantenlager bei Kuznica geräumt

Das provisorische Zeltlager von Migranten entlang der weißrussisch-polnischen Grenze beim Übergang Kuznica-Brusgi ist nach Angaben des Grenzschutzes in Belarus geräumt worden. Die Menschen wurden in einem Logistikzentrum in der Nähe untergebracht. Sie klagen über Hunger und mangelnde Hygiene. Es gebe nicht ausreichend zu essen und kaum eine Möglichkeit, sich zu waschen.

Einige sprechen offen über ihre Angst, deportiert zu werden, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete. Sie hoffen, dass die EU - und besonders Deutschland - doch noch die Grenzen öffnet.

Nachdem in der Notunterkunft, in der nun fast alle Menschen untergebracht sind, die zuvor im Wald kampiert hatten, am Vortag ein erster Coronavirus-Fall gemeldet worden war, soll dort am Freitag eine Impfstelle den Betrieb aufnehmen. Geplant ist die Verabreichung eines chinesischen Vakzins.

Soldaten aus Großbritannien und Estland zur Unterstützung
Polens Grenzschutz registrierte am Donnerstag zwei vergebliche Versuche größere Migrantengruppen, die Grenze illegal zu überqueren. Auf der Höhe des Ortes Dubicze Cerkiewne hätten belarussische Lastwagen am Abend Migranten an die Grenze gebracht, so eine Sprecherin am Freitag. Die britische Regierung will indes weitere Soldaten nach Polen zur Unterstützung schicken, ebenso der Baltenstaat Estland, der 100 Soldaten entsenden will, wie beide Länder mitteilten.

Die rund 500 Migranten hätten mit Steinen und Ästen geworfen, belarussische Uniformierte hätten die Polen mit Laserstrahlen geblendet. In einem zweiten Fall in der Nähe der Ortschaft Mielnik habe eine Gruppe von 50 Migranten die Grenze überquert, sei aber von den polnischen Sicherheitskräften zurückgewiesen worden. Diese Angaben lassen sich jedoch nicht unabhängig überprüfen, da Polen keine Journalisten ins Grenzgebiet lässt.

Migranten an der EU-Außengrenze: Putin spricht mit Lukaschenko
In der Krise um Tausende gestrandete Migranten in Belarus hat Machthaber Alexander Lukaschenko erneut mit Russlands Staatschef Wladimir Putin telefoniert. Dabei sei es auch um das Telefonat Lukaschenkos mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel gegangen. Putin und Lukaschenko kritisierten das Vorgehen polnischer Sicherheitskräfte gegen Migranten als „inakzeptabel, brutal“. Es sei rohe Gewalt angewendet worden. Die polnische Seite hatte am Dienstag Wasserwerfer eingesetzt, um zu verhindern, dass Migranten über die gesicherte Grenze in die EU gelangen.

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