19.11.2021 07:00 |

Lockdown ab Montag

Für Salzburgs Spitäler kommt der Schritt zu spät

Während die Politik nach Wochen des Zauderns die Notbremse gefunden zu haben scheint, geht der Kraftakt für Salzburgs Spitäler weiter. Klar ist: Bis die Maßnahmen wirken, wird der derzeitige immense Zustrom an Patienten nicht abreißen.

31 Patienten lagen am Donnerstag auf den Salzburger Corona-Intensivstationen. 180 Menschen mussten zu diesem Zeitpunkt auf einer Normalstation stationär wegen Covid behandelt werden. Zur Einordnung: Vor einem Monat waren es noch 13 Patienten auf Intensiv- und 43 auf Normalstationen. Schon jetzt arbeiten Salzburgs Intensivstationen an der Kapazitätsgrenze. „Wir werden momentan mit ungeimpften Covid-Patienten überflutet“, sagt etwa Oberarzt Andreas Brunauer vom Uniklinikum Salzburg.

Eine Entspannung ist vorerst nicht in Sicht
Mit einer Entspannung ist, auch wenn das Land nun zusperrt, nicht so schnell zu rechnen. Bis ein Lockdown wirkt und sich die erhofften Effekte einstellen, kann es nämlich Wochen dauern – das haben die bisherigen Erfahrungen aus der Pandemie gezeigt.

Pflegekräften wie Christiane Stier werden deswegen noch sehr anstrengende Wochen bevorstehen. Sie sagt: „Es ist wirklich sehr zermürbend. Vor allem, weil man weiß, dass es eine Impfung gäbe, die diese Situation verhindern könnte.“

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Es ist wirklich sehr zermürbend. Vor allem, weil man weiß, dass es eine Impfung gäbe, die diese Situation verhindern könnte.

Christiane Stier

Ihrem Kollegen Ole Gräßler geht es da sehr ähnlich, er ärgert sich: „Ich befürchte, dass das ein sehr harter Winter wird, der uns sehr viel Personal kosten wird.“

Wut über Planlosigkeit und Versagen der Politik
Luca Kraus, auch er steht seit der ersten Welle an vorderster Front, zürnt: „Jetzt kommt das eigentlich zu spät. Das Zögern beim Lockdown zeugt von absoluter Planlosigkeit der Politik. Wir hätten mehr Personal gebraucht und mehr impfen müssen!“

Benedict Grabner
Benedict Grabner
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