18.11.2021 20:00 |

Brutale Home Invasion

Lange Haft nach Überfall auf Juweliersfamilie

Der vierte und letzte Prozesstag nach dem brutalen Überfall auf eine Salzburger Juweliersfamilie Mitte August 2019: Die zwei angeklagten Tschechen (40 und 44) werden am Donnerstagabend einstimmig schuldig gesprochen und zu langen Haftstrafen - 20 und 18,5 Jahre - verurteilt. Beide berufen.

Nach zwei misslungenen Versuchen klappte diesmal der Video-Anruf nach Tschechien: „Ja, ich bleibe dabei“, sagt der vermeintliche Alibi-Zeuge im Landesgericht. Der 44-Jährige habe bei ihm am 15. August 2019 ein Leih-Auto übernommen. Ein anderer Zeuge meint, der Tscheche sei zur Tatzeit in Prag gewesen. Wegen Sanierungsarbeiten. Dem stehen aber klare DNA-Spuren entgegen: auf einer Stirnlampe und einer PET-Flasche, die ausgerechnet am Tatort - dem Wohnzimmer der Opfer-Familie - lag.

Höchststrafe für 44-Jährigen
Die acht Geschworenen sind überzeugt von den Ausführungen der Staatsanwältin: Einstimmig sprechen sie die zwei Tschechen der versuchten erpresserischen Entführung für schuldig. Für den nicht geständigen 44-Jährigen setzt es die Höchststrafe: 20 Jahre. Der 40-Jährige soll 18,5 Jahre absitzen. Beide Verteidiger legen Berufung ein, daher sind die Urteile nicht rechtskräftig. 75.000 Euro Schmerzensgeld erhalten die Opfer laut deren Anwalt Stefan Rieder.

Entführungsversuch scheiterte
Wie dramatisch es damals war, hören Prozessbesucher durch die von der Vorsitzenden vorgelesenen Worte des Au-Pair-Mädchens - eines der fünf Opfer: „Ich hatte Todesangst und dachte, sie werden uns erschießen.“ Mit Sturmhauben waren die Männer hereingestürmt, berichtet die junge Frau. Gefesselt und geknebelt wurde sie genauso wie die Juwelierin und zweifache Mutter. Danach versuchten die Kriminellen, die Familie zu entführen - was aber scheiterte, da sie mit dem Auto im feuchten Waldboden stecken blieben. Passanten befreiten sie: „Es war wie im Horror-Film. Ich hatte noch nie in meinem Leben solche Angst.“ Auch zwei Jahre nach der Tat, so die Worte der Frau, leidet sie darunter: schlaflose Nächte, plötzliche Tränen.

Von
Antonio Lovric
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Sonntag, 05. Dezember 2021
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