Arbeiterkammer OÖ

Arbeitslosigkeit erzeugt Armut und Depressionen

Im Oktober hatten in Oberösterreich 27.776 Personen keine Arbeit, davon waren 9949 länger als ein Jahr arbeitslos - rund 12,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeiterkammer OÖ befürchtet aber wieder einen Anstieg und wünscht sich mehr „Mut und Förderung, statt Angst und Sanktionierung“, so Johann Kalliauer.

Laut aktuellem Arbeitsklima Index gehen die neuen Sanktionen gegen Arbeitslose, wie u.a. degressives Arbeitslosengeld, an der Förderung dieser Personengruppe vorbei. Wegen der zu geringen Nettoersatzrate von 55 Prozent des im letzten Jahr bezogenen Entgelts sind viele von Armut bedroht. Nur 34 % der Arbeitslosen und 31 % der Langzeitarbeitslosen fühlen sich ausreichend sozial abgesichert. Sie klagen auch häufiger über gesundheitliche und psychische Belastungen.

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Arbeitsuchende verdienen einen respektvollen Umgang, echte Existenzsicherung und Unterstützung bei der Vermittlung.

Johann Kalliauer, Präsident der Arbeiterkammer OÖ

Bessere Vermittlung gefordert
Die AK OÖ fordert nun u.a. eine Anhebung der Nettoersatzrate, den längeren Bezug des Arbeitslosengeldes. Das AMS braucht mehr Personal und muss eine nachhaltige Vermittlung - ausschließlich in existenzsichernde Beschäftigungsverhältnisse (z.B. durch einen Mindestlohn von 1700 Euro brutto bei Vollzeit) - unterstützen und Einkommensverluste sowie eine Vermittlung in Niedriglohnsektoren verhindern. Berufsschutz und Entgeltschutz müssen ausgebaut, ein Rechtsanspruch auf eine sozial gut abgesicherte, persönlich geeignete und am Arbeitsmarkt auch zukünftig verwertbare Aus- und Weiterbildung geschaffen werden.

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Montag, 29. November 2021
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