Guten Morgen

Voll-Lockdown verschoben | Brief ans Christkind

Heute tritt er in Kraft, der Drittel-Lockdown, die nochmals nachgeschärften Regeln für das ungeimpfte Drittel der Österreicher. Die Einhaltung dieser neuen Ausgangsbeschränkungen wird die Polizei streng kontrollieren, wie Innenminister Nehammer gestern in einer Pressekonferenz mit dem Bundeskanzler und dem Innenminister nach dem Bund-Länder-Gipfel verkündete. Eine  nette Sonntags-Matinee sei dieser Gipfel keineswegs gewesen, heißt es aus Teilnehmerkreisen. Wobei das diesmal weniger an divergierenden Länder-Interessen gelegen haben soll, sondern vorrangig am angespannten Verhältnis zwischen dem türkisen Kanzler Alexander Schallenberg und dem grünen Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. Unterschiedlicher Meinung sind die beiden Herren vor allem  bei der weiteren Vorgangsweise: Der Kanzler will mit aller Kraft die Ausweitung dieses Drittel-Lockdowns  auf die geimpften zwei Drittel der Bevölkerung vermeiden. Er befürchtet, damit die Geimpften zu verprellen und gleichzeitig die Ungeimpften glauben zu lassen, sie könnten den Lockdown aussitzen. Mückstein dagegen scheint - mit vielen Experten im Rücken - nur wenig  Hoffnung zu haben, ohne Voll-Lockdown die 4. Welle brechen zu können. Hinter vorgehaltener Hand hört man auch aus türkisen Kreisen, der Voll-Lockdown sei wohl nur verschoben. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang das Ergebnis der aktuellen „Frage des Tages“ via krone.at. Wir wollten wissen „Um die Welle zu brechen und Spitäler zu entlasten: Würden Sie einen Lockdown für alle mittragen?“. Da beteiligten sich so viele Teilnehmer wie selten - nämlich mehr als 50.000. Und wie, glauben Sie, haben sie abgestimmt? 62 Prozent sagten „Ja“! Wer hätte das gedacht?

Brief ans Christkind. 62 Prozent, die signalisieren, sie würden einen Voll-Lockdown mittragen: Eine so klare Mehrheit ist ein Signal. Auch an die offensichtlich so verunsicherte Politik. Der sich heute in seinem „Thema des Tages“ in der Montags-„Krone“ auch Claus Pándi annimmt, wenn er vom „Krieg der Ratlosen“ schreibt. Darauf verweist, dass Sebastian gerade eine „Juristenarmee“ mit teuren Privatgutachten beschäftigt. Pándi: „Das ist sein gutes Recht und sicher eine sehr viel Zeit in Anspruch nehmende Ablenkung von der Pandemie. Der Rest des gereizten Landes bleibt blöderweise alleine mit der Pandemie.“ Nach den Geschehnissen und Politiker-Aussagen in jüngster Vergangenheit kommt Pándi zum Schluss: „Mit Arroganz, Drohungen gegen die eigene Bevölkerung und der ermüdenden Wiederholung der immer gleichen Sätze wird der Ausbreitung des Virus nicht beizukommen sein.“ Um zu fordern: „ Es wäre der Lage angemessen, wenn die politischen Nebelmacher zumindest die nächsten Monate damit aufhören, die Fakten so lange durchzuquirlen, bis alle verrückt geworden sind.“ Hoffentlich ist das mehr als nur ein Brief ans Christkind.

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