13.11.2021 21:00 |

Essen mit Gefühl

Food-Bloggerin hat Rezepte mit viel Bauchgefühl

Kochbücher gibt es wie Sand am Meer. Was das Werk einer gebürtigen Grazerin und bekannten Food-Bloggerin aber besonders macht: Gerichte werden von Gefühlen bestimmt. Und umgekehrt!

Eva Kamper-Grachegg hatte nach einem Todesfall eine Zeit lang eine ganz schwierige, düstere Phase, „in der ich mich sehr gefangen gefühlt habe, ich war richtig depressiv“, so die Mutter einer Tochter. Und auf einmal kam die Grazerin, die in Wien lebt, auf die Idee, ihre Gefühle aufzuschlüsseln - und in ein Gericht umzusetzen. „Für mich war damals alles irgendwie dunkel, komplex, überlagert. Das passte für mich am besten zu dunklem Sauerbrot. Also habe ich dafür ein Grundrezept genommen, dieses nach meinem Gefühl verfeinert und das ,Dunkel‘’ auch noch mit selbstgemachter Leberpastete unterstrichen.“

Doch immer ist Licht am Ende des Tunnels: „Also hab ich dazu herrlich süße Kirschmarmelade kombiniert! Gewagt - aber hervorragend. Und man spürt förmlich, wie fröhlich diese Mahlzeit macht.“

Dieses Rezept findet sich nicht im Buch, „das gehört mir ganz allein“. Aber dafür 48 andere, die nicht nur Zubereitungsanleitung sind, sondern eben mit Emotionen verbinden. „Bei einigen wird man den Eindruck haben, man steckt mit den Zehen im warmen Sand, vor sich das rauschende Mittelmeer.“ Mediterrane Anleihen hat die Grazerin genauso genommen wie Erdiges, Bodenständiges aus der Heimat. „Nicht alles muss neu erfunden werden. Ich habe viel zusammengetragen, gesammelt, verfeinert, aber einiges auch selbst kreiert.“

Sie macht wohl einiges richtig. . .

Es ist das erste Kochbuch der Steirerin, die als Food-Bloggerin großen Bekanntheitsgrad hat: „Ich halte mich seit zehn Jahren - also mache ich wohl einiges richtig“, schmunzelt sie.

Dabei wäre ihr erstes Buch fast nicht erschienen, beziehungsweise hätte es schon viel früher auf dem Markt sein sollen. Das ist einmal mehr Corona geschuldet: „Papier ist Mangelware geworden, also war der Druck ein echtes Problem.“ Jetzt ist es aber da.

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Die Zeit zu haben, um zu fragen: ,Wie geht es dir?´ Und sich für die Antwort interessieren!

Eva Kamper-Grachegg

Kamper-Grachegg zeigt auf, dass man mit Essen verschiedene Ebenen betreten, „Freude, Frieden, Dankbarkeit“ zeigen kann. Sie bricht auch eine Lanze für das gemeinsame Essen. „Das ist bei uns daheim ganz wichtig. Weil es nicht nur um Nahrungsaufnahme geht. Sondern um gemeinsame Zeit. Um Gespräche. Die Zeit zu haben, um zu fragen: ,Wie geht es dir?‘ Und sich für die Antwort zu interessieren!“

Noch eine Lanze bricht Eva Kamper-Grachegg - für regionale, saisonale Küche: „Da bin ich geprägt von der Oma. Wir haben als Kinder praktisch nur gegessen, was bei ihr im Garten gewachsen ist oder was es auf dem Bauernmarkt gab. Heimisches, angepasst an die Jahreszeit - auch das wird immer wichtiger.“

Christa Blümel
Christa Blümel
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