13.11.2021 12:55 |

Mordversuch in Tirol

Fingerabdruck entlarvt flüchtigen Messerangreifer

Mehr als zwei Monate nach einer Messerattacke in Innsbruck, bei der ein Somalier (34) durch einen Bauchstich schwer verletzt worden war, wurde nun der flüchtige Hauptverdächtige in Bayern gefasst. Der mutmaßliche Täter - ein Landsmann (24) - wurde im Zuge von Grenzkontrollen in einem Zug zufällig erwischt. Ein Fingerabdruck entlarvte schließlich den Mann, nach dem wegen Verdachts des versuchten Mordes gefahndet wurde.

4. September, 21.30 Uhr, Schusterbergweg Innsbruck: Passanten entdecken einen schwer verletzten Somalier (34) mit einer Stichverletzung im Bauch. Das Opfer muss in der Klinik notoperiert werden. Einen Tag später befindet sich der Mann außer Lebensgefahr.

Begleiter bestätigte Attacke
Bei seiner Einvernahme gab das Opfer folglich an, dass es von zwei Bekannten, ebenfalls Somalier (24 und 35 Jahre), zu einem Parkplatz gelockt, geschlagen und vom 24-Jährigen niedergestochen worden sei. Der 35-Jährige konnte im Zuge einer Fahndung am 8. September ausgeforscht und festgenommen werden. „Er bestreitet, selbst an der Tat beteiligt gewesen zu sein“, so die Ermittler damals. Er habe jedoch bestätigt, dass der 24-Jährige dem Opfer den Messerstich versetzt hatte.

Dieser war untergetaucht - lange Zeit fehlte vom Verdächtigen jede Spur. Doch jetzt wurde er gefasst!

Auf Zugtoilette in Bayern versteckt
Bereits am 6. November war ein Mann in einem Zug von Salzburg nach München ins Visier von deutschen Grenzpolizisten geraten - zunächst wegen des Verdachts der versuchten unerlaubten Einreise. „Der ausweislose Passagier hatte zuvor versucht, sich der Polizeikontrolle zu entziehen und sich in der Zugtoilette eingeschlossen“, heißt es vonseiten der deutschen Polizei.

Die Beamten brachten den zunächst noch unbekannten Mann schließlich auf den Posten am Bahnhof Freilassing. „Dort stellten sie die Identität des Festgenommenen mithilfe seiner Fingerabdrücke fest. Es handelte sich um einen 24-jährigen Somalier“, so die Ermittler.

Fahndung mittels EU-Haftbefehl
Beim Abgleich der Personalien des Mannes mit dem polizeilichen Fahndungssystem habe sich schließlich herausgestellt, „dass die österreichische Justiz wegen des Verdachts des versuchten Mordes gegen den 24-Jährigen ermittelt und ihn deshalb mittels europäischem Haftbefehl suchte.“ Der Verdächtige wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Hansjörg Mayr von der Innsbrucker Staatsanwaltschaft bestätigte am Samstag der „Krone“, dass es sich dabei um den mutmaßlichen Haupttäter im Fall der Messerattacke in Innsbruck handle. In Deutschland wartet der Verdächtige nun auf seine Auslieferung nach Österreich.

Hubert Rauth
Hubert Rauth
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