WM-Quali gegen ÖFB-Elf

Ruttensteiner sieht in Minuskulisse Israel-Vorteil

Israels Fußball-Teamchef Willi Ruttensteiner sieht den vergleichsweise geringen Publikumszuspruch für das WM-Qualifikationsspiel am Freitag (20.45 Uhr) in Klagenfurt gegen Österreich als möglichen Vorteil für sein Team. „Ich denke, dass ein volles Stadion natürlich schlechter für uns wäre“, sagte der frühere ÖFB-Sportdirektor am Donnerstag in seiner Abschluss-Pressekonferenz. Im Wörthersee-Stadion werden nur 3000 bis 4000 Besucher erwartet.

Auch in der Zeit der Geisterspiele aufgrund der Corona-Pandemie sei es leichter gewesen, auswärts zu reüssieren, meinte Ruttensteiner. Sein Team hatte sich in Auswärtsspielen zuletzt viel schwerer getan als im eigenen Land. In Österreich haben die Israelis noch nie gewonnen, daheim gab es seit 2019 dagegen einen 4:2- und einen 5:2-Erfolg. „Wir müssen auch auswärts besser werden“, forderte Israels Teamchef. An Österreichs klarer Favoritenrolle ändere die Kulisse laut Ruttensteiner nichts.

„Am Ende in der Tabelle vor Österreich zu sein, wäre ein großer Erfolg, auch gleichauf“, sagte der Oberösterreicher. Die Chancen stehen gut, nahmen die Israelis doch drei Punkte und sechs Tore Vorsprung mit nach Klagenfurt. In der letzten Runde am Montag empfangen sie in Netanya die Färöer, Österreich trifft erneut in Klagenfurt auf die Republik Moldau.

Schon beim Abschlusstraining traf Ruttensteiner mit Franco Foda, den er „als Kollegen wahnsinnig schätze“, sowie weiteren ÖFB-Betreuern und -Spielern zusammen. „Es ist überhaupt kein negatives Gefühl dabei“, betonte Ruttensteiner einen Tag vor seinem 59. Geburtstag. Der frühere Sportchef war im Oktober 2017 nicht friktionsfrei aus dem ÖFB ausgeschieden. Genugtuung oder Schadenfreude ob der aktuell schwierigen sportlichen Situation der Österreicher empfinde er aber keinesfalls.

„Vielleicht war das Ende nicht so qualitativ, wie man es hätte machen können - aber das ist jetzt auch Schnee von gestern“, betonte Ruttensteiner. Der ÖFB habe in seinen 18 Dienstjahren enorm viel für ihn getan. Der Oberösterreicher erwähnte Reisen und Fortbildungen. „Vielleicht hat er sogar die Basis dafür gelegt, was ich jetzt tun darf. Dafür werde ich immer dankbar sein.“ Geschenke werden deswegen in Klagenfurt aber keine verteilt. Ruttensteiner steht sein gesamter Kader, den er nach Velden mitgenommen hat, zur Verfügung.

Die Israelis hoffen auf eine Minichance, bei vier Zählern Rückstand noch die zweitplatzierten Schotten abzufangen und auf den Play-off-Zug aufzuspringen. Schottland müsste dafür aber bei Schlusslicht Moldau Punkte lassen. Seit der WM 1970 war Israel bei keinem großen Turnier vertreten. „Wunder gibt es im Fußball immer wieder - auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist“, sagte Kapitän Bibras Natcho. Der Routinier von Partizan Belgrad hofft auf eine Steigerung in Auswärtsspielen. „Es ist eine Kopfsache. Wenn du diesen Schritt machen willst zu einem internationalen Turnier, musst du auch auswärts einmal gewinnen“, meinte Natcho. „Das wollen wir tun.“

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Montag, 06. Dezember 2021
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