18.10.2021 17:32 |

Forschung und Übung

Montanuni eröffnet Zentrum am Berg in Eisenerz

Es ist ein Tunnel-Labor in der Größe 1:1 für Studenten, Techniker und Feuerwehren: Das „Zentrum am Berg“ in Eisenerz wurde am Montag nach fünf Jahren Bauzeit eröffnet.

Der Bus klappert über die steinigen Straßen auf den steirischen Erzberg. Haulys tuckern entgegen, unten im Tal hängen die Nebelschwaden, die Blätter der Bäume haben sich schon gelb und braun gefärbt. Seit Jahrhunderten bauen Arbeiter hier, am „Brotlaib der Steiermark“, Eisenerz ab. Nun hat die Montanuniversität Leoben aus alten Stollen das modernste Tunnelforschungszentrum der Welt gemacht.

Robert Galler leitet das 30 Millionen Euro teure „Zentrum am Berg“: „Hier können wir wirklich viele Menschen ausbilden. Vom neuen Lehrberuf Tunnelbauer, der bald starten wird, über Techniker bis hin zu unseren eigenen Diplomingenieuren“, erklärt er. Studenten müssen den Tunnelbau also nicht auf der Powerpoint-Präsentation lernen, sondern können in diesem 1:1-Labor lernen und forschen.

Jeden Tag kommt Besuch aus dem Ausland
Zwei Autobahn- und zwei Eisenbahntunnel reichen etwa 400 Meter weit in den Berg, wo ein weiterer Tunnel sie verbindet. Sie haben alles, was normale Tunnel auch haben, von der Lüftungstechnik bis hin zu den Notrufbuchten. „Fast jeden Tag bekommen wir Besuch aus dem Ausland. Erst vor kurzem war die tschechische Autobahngesellschaft da. Selbst aus Japan und Australien erreichen uns Anfragen“, sagt Galler.

Nicht nur für Montanisten und Tunnelbau-Firmen ist das interessant: „Es ist ein Trainingszentrum für Feuerwehren und Katastrophenschutz“, erklärt Galler. Wie reagiert das Material auf die Hitze eines brennenden Autos? Wie schützen sich die Feuerwehrleute und die Unfallopfer am besten? All das kann man hier ausprobieren.

In 14 Jahren von der Idee zur Realität
2007 wurde die Idee für das Zentrum am Berg geboren. Dann folgten Studien, Verhandlungen, Anträge für die Finanzierung. Im Sommer 2016 begannen die Bauarbeiten – und seit Montag ist das ZaB in Betrieb. „Damit haben wir ein Versuchslabor, das seinesgleichen sucht“, sagt Wilfried Eichlseder, Rektor der Montanuni. „Österreich ist Vorreiter beim Tunnelbau. Wegen der zunehmenden Mobilität und dem Zugnetz-Ausbau brauchen wir immer mehr Tunnels auf der ganzen Welt.“ Durch das Zentrum am Berg habe die Montanuniversität einen „Leuchtturm und internationale Sichtbarkeit gewonnen“.

Auch die Politik gab sich begeistert: „Der Tunnel ist eine Brücke zwischen Tradition und Innovation“, sagt Waltraud Klasnic, Vorsitzende des Universitätsrates. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) betonte, wie wichtig Forschung und Entwicklung seien. Für Bildungsminister Heinz Faßmann ist das Zentrum am Berg ein „Beispiel für guten Föderalismus“ – die Kosten wurden nämlich aufgeteilt.

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