03.10.2021 13:00 |

4-Tage-Woche

Firma Tirolaser: „Wir möchten es probieren“

Seit Monaten versucht Marc Gruber, Inhaber des Unternehmens Tirolaser im Zillertal, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Quasi aus der Not heraus hat sich der 42-Jährige nun dazu entschieden, eine 4-Tage-Woche anzubieten. Er hofft, den richtigen Anreiz zu setzen, um sein Team aufstocken zu können.

„Wir suchen seit Monaten verbissen auf allen Kanälen nach passenden Mitarbeitern, aber bisher waren wir damit leider relativ erfolglos“, sagt Marc Gruber, Inhaber der Firma Tirolaser, die sich auf die Lohnfertigung im Bereich der Blechtechnik spezialisiert hat, „wenn ich mit Kollegen aus anderen Sparten spreche, zeigt sich, dass alle dasselbe Leiden haben.“ Der 42-Jährige könne „zum Glück auf eine Bestandsmannschaft zählen, die unheimlichen Einsatz zeigt sowie sehr loyal ist“, betont er.

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Für Arbeitslose sind die Anreize, zurück ins Berufsleben zu finden, prinzipiell zu gering gestaltet. Wir sind als Unternehmen darauf angewiesen, das Interesse von Berufstätigen zu wecken, damit sie zu uns wechseln.

Marc Gruber, Inhaber der Firma Tirolaser

Warum gestaltet sich die Mitarbeitersuche so knifflig? „Ich finde, dass für Arbeitslose die Anreize, zurück ins Berufsleben zu finden, prinzipiell zu gering gestaltet sind. Hier ist die Politik gefordert. Doch das löst unsere akuten Probleme nicht. Wir sind als Unternehmen darauf angewiesen, das Interesse von Berufstätigen, die in bestehenden Dienstverhältnissen sind, zu wecken, damit sie zu uns wechseln“, erläutert Gruber.

Rege Diskussionen mit Team über neuen Weg
Und das versucht der Zillertaler nun mit dem 4-Tage-Modell. „Wir suchen bereits seit Monaten nach adäquaten Lösungen. Diese Variante bieten wir zum ersten Mal an. Wir haben einige Wochen intern darüber diskutiert, das Feedback der Mitarbeiter war sehr gut und somit sind wir zu dem Entschluss gekommen, das zu probieren und so einen neuen Anreiz zu schaffen, mit dem wir hoffentlich punkten können“, schildert Gruber.

„Montag bis Donnerstag Dienst, ab Freitag frei“
Wie sieht diese Variante im Detail aus? „Wir möchten nicht die Gesamtstunden reduzieren, sondern wir wollen die Wochenstundenanzahl auf vier Tage aufteilen. Und zwar von Montag bis Donnerstag, damit wir auf drei hintereinanderfolgende freie Tage kommen. Wenn wir zwei bis drei neue Mitarbeiter von diesem Modell überzeugen könnten, würde nicht mehr ganz so viel Druck auf den Schultern der Bestandsmannschaft liegen und der ganze Betrieb würde runder laufen“, sagt Gruber.

Er verweist auch auf einen weiteren wichtigen Aspekt: „Das Gehalt ist wie bei einer 5-Tage-Woche, wir bezahlen sogar überdurchschnittlich gut und speisen keinen mit einem Kollektivvertrag ab.“

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
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