03.10.2021 15:00 |

Gleisbau im Finale

Die Achenseebahn dampft in eine neue Ära

Der Konkurs am 25. März 2020 war der Tiefpunkt in der langen Geschichte der Achenseebahn - aber nicht das Ende! Eine Auffanggesellschaft (Land, Zillertaler Verkehrsbetriebe, Gemeinden) steckt binnen vier Jahren rund 10 Millionen Euro in die technische Sanierung. Der Gleisbau von Eben bis zum Seespitz biegt in die Zielgerade.

In halb Europa – von England bis Bulgarien – hat Martin Erler 35 Jahre lang Gleise verlegt. Die Sanierung der Traditionsbahn (Start 1889) direkt vor der Haustür des Achenkirchers ist zweifellos ein Höhepunkt in seiner Berufskarriere. „Ja, es ist großartig, dass diese Rarität nicht für immer verschwindet“, sagt der Baustellenchef. 5400 Meter Schienen werden per Dampfzug zur Strecke angeliefert, dazu sind rund 4200 Betonschwellen und etwa 5500 Tonnen Schotter nötig.

Keine großen Gleisbaumaschinen
„Ein Drittel der Schweißungen sind schon erledigt, nach und nach werden jetzt auch die Bahnübergänge fertiggestellt“, schildert Erler. Die Herausforderung? „Große Gleisbaumaschinen sind hier nicht geeignet, vieles muss manuell erledigt werden.“ Beim „Krone“-Lokalaugenschein waren Arbeiter in Eben gerade mit dem „Stopfen“, dem Verdichten von Schotter unter den Schwellen, beschäftigt. Am Seespitz fügte ein Bagger mit einem so genannten Flächenschild Schotter ein.

Marke „Dampfzug Tirol“ vereint die Angebote
Bahnmeister Hannes Obholzer verweist auf andere logistische Herausforderungen: „Wir sind gerade dabei, die künftigen Fahrpläne von Bahn und Schifffahrt aufeinander abzustimmen.“ Unter der Marke „Dampfzug Tirol“ soll das Angebot von Zillertal- und Achenseebahn dann gemeinsam vermarktet werden.

Laufender Betrieb soll kostendeckend sein
Wie sieht das Ganze finanziell aus? Nach den Millionen-Investitionen, die von der öffentlichen Hand kamen, rechnet Geschäftsführer Helmut Schreiner mit einer „schwarzen Null“ – die Einnahmen sollen zumindest die Ausgaben des laufenden Betriebes decken. Das Sanierungsprogramm beinhaltet neben neuen Gleisen im nächsten Jahr unter anderem noch den Bahnhof Jenbach. Die Steilstrecke wurde schon früher saniert, trotzdem ist ein Rückstau an Instandhaltungen aufzuarbeiten. „Wir müssen uns auch den vier Loks und sieben Waggons widmen. Da ist viel Handarbeit dabei“, erklärt Schreiner. Alle hoffen, dass die Achenseebahn nach turbulenten Jahren in eine goldene Zukunft dampft . . .

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