21.03.2011 16:39 |

Report für 2010

Rassismus richtet sich oft gegen Frauen mit Kopftuch

Laut dem am Montag veröffentlichten "Rassimus-Report 2010" der Initiative "Zara" scheint die Hemmschwelle bei Rassismus zu sinken. Vor allem der Rassismus gegen Frauen mit Kopftuch nimmt zu. Demnach gibt es immer wieder Probleme, wenn gläubige Muslime einen Job mit Kopftuch ausüben möchten.

Das Problem stellt sich laut "Zara"-Geschäftsführerin Barbara Liegl und dem Leiter der Beratungsstelle, Wolfgang Zimmer, gar nicht in erster Linie durch die rassistische Einstellung von Arbeitgebern. Vielmehr wollten diese oft vermeintlich negativen Kundenreaktionen vorbeugen.

Entsprechende Erfahrungen musste etwa eine Frau machen, deren Qualifikationen zwar überzeugten, nach Rücksprache mit den Filialen wurde sie jedoch mit dem Argument, dass sich die Kundinnen über eine Mitarbeiterin mit Kopftuch beschweren würden, dennoch abgelehnt.

Rassismus auch im Internet verbreitet
Überhaupt scheint laut "Zara" die Hemmschwelle bei Rassismus zurückzugehen, vor allem im Internet. Hier werde gepostet, "was das Zeug hält". Angriffe gingen gezielt vor allem gegen Muslime, Juden und Schwarzafrikaner.

Letztere Gruppe hat unverändert immer wieder mit Problemen zu kämpfen, was den Zutritt zu Lokalen betrifft. Berichtet wurde von Vorfällen, wo in einer Art von Apartheid "Ausländer" nur an einem Wochentag in Bars zugelassen werden oder wo unter Hinweis auf eine bereits erfüllte "Ausländerquote" der Einlass verwehrt wird.

Scharfe Kritik an "Ethnic Profiling"
Ferner Verbesserungsbedarf erkennt "Zara" bei der Exekutive, der "Ethnic Profiling" sowie Anhaltungen und Personendurchsuchungen bei Ausländern ohne jeglichen Verdachtsmoment vorgehalten werden. So wurde ein Bildhauer nigerianischer Herkunft bei einem Aufenthalt in Oberwart von einem Hotelparkplatz aus auf die nächste Polizeidienststelle mitgenommen, um eine Kontrolle seiner Ausweise durchzuführen. Die Exekutive spricht von einer "Routineüberprüfung".

Auch Niki Lauda findet Erwähnung im Bericht
Eingang in den Bericht findet auch Österreichs Formel 1-Legende Niki Lauda. Dieser hatte bei einem Zweikampf zwischen dem späteren Weltmeister Sebastian Vettel und dem polnischen Fahrer Robert Kubica auf RTL gemeint: "Sebastian gegen den Polaken." Zudem findet sich auch ein Nachrichtensprecher einer privaten TV-Station im Bericht wieder, der angesichts der Bilder einer über einem Auto einstürzenden Mauer meinte: "Da waren wohl polnische Arbeiter am Werk."

Insgesamt wurden von "Zara" im Vorjahr 745 Fälle dokumentiert, das sind rund 50 weniger als im Vorjahr. Vertreten sind dabei auch Fälle, in denen Österreicher Opfer von Diskriminierung werden, etwa bei Beschimpfungen als "Scheiß-Österreicher" durch ausländische Jugendgruppen.

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