26.09.2021 12:59 |

Wegen Terrorverdacht

Razzia im Westjordanland: 4 Palästinenser getötet

Bei einer Razzia der israelischen Armee im Westjordanland sind mindestens vier militante Palästinenser getötet worden. Bei dem breiten Einsatz gegen Mitglieder der islamistischen Hamas-Organisation an verschiedenen Orten kam es laut israelischen Medien zu Schusswechseln. Das palästinensische Gesundheitsministerium bestätigte, drei Palästinenser seien nordwestlich von Jerusalem und ein weiterer in der Nähe der Stadt Jenin im nördlichen Westjordanland ums Leben gekommen.

Ein israelischer Offizier und ein Soldat seien schwer verletzt worden, teilte ein israelischer Militärsprecher am Sonntag mit. Nach Angaben des Sprechers starteten die Soldaten fünf Kommandoaktionen. Vier Palästinenser wurden demnach festgenommen. Der israelische Militärsprecher Ran Kochav sagte nach Angaben der „Times of Israel“, man sei auf die Möglichkeit eingestellt, dass die Hamas mit Raketenfeuer auf die Vorfälle reagieren könnte.

Israels Ministerpräsident Naftali Bennett sprach von einem Einsatz der Sicherheitskräfte gegen „Hamas-Terroristen, die unmittelbar davorstanden, Terroranschläge zu verüben“.

Abbas spricht von Hinrichtungen
Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas sprach von Hinrichtungen seiner Landsleute. Ein Sprecher der im Gazastreifen herrschenden Hamas sprach von „Märtyrern“, deren Tod Ergebnis der israelischen Zusammenarbeit mit der Palästinenserbehörde im Westjordanland sei. „Es ist eine Fortsetzung der Verbrechen gegen unser Volk“, sagte er. Die Fatah-Bewegung von Abbas hatte die Kontrolle über das Westjordanland in einem internen Machtkampf 2007 an die Hamas verloren.

Israel hatte 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die Palästinenser wollen die Gebiete für einen eigenen Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Israel hatte sich im Mai einen elftägigen militärischen Waffengang mit militanten Palästinensern im Gazastreifen geliefert. Ägypten vermittelte schließlich eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas, die am 21. Mai in Kraft trat.

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