15.09.2021 11:55 |

krone.at-Kolumne

Nächster Frauenmord: Es reicht!

Der folgende Text hätte eigentlich niemals geschrieben werden müssen. Dass es nach den nächsten beiden Frauenmorden mutmaßlich durch einen amtsbekannten Asylberechtigten dennoch nötig ist, macht einfach nur wütend. Es reicht!

Es ist wie so oft in der Vergangenheit. Erst kommt der Schock, dann folgt die Fassungslosigkeit und am Ende der ewig gleichen Betroffenheits-Kaskade steht das politische Versprechen, dass so ein Fall nie wieder vorkommen darf und nun wirklich alles anders wird. Bis zum nächsten Frauenmord.

Hat denn keiner die Gefahr geahnt?
Beim aktuellen Fall rund um den gewaltsamen Tod von zwei Frauen ist es nicht anders. Der mutmaßliche Täter war mehrfach amtsbekannt, unter anderem wurden zwei Sexualstrafverfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt, genauso wie die darauffolgenden Asylaberkennungsverfahren. Ein Vergewaltigungsvorwurf ist noch offen. Obwohl er nie von einem Gericht verurteilt wurde. Hat denn wirklich keiner wissen können, dass da ein solch gefährliches Potenzial schlummert?

Taten kommen nicht aus heiterem Himmel
Natürlich sind Gutachter, Richter und Behörden nicht um ihren Job zu beneiden. Sie tragen mit ihren Entscheidungen eine immense Verantwortung, für ihre Arbeit gibt es notorisch zu wenig Zeit und zu geringe Mittel, die Beweislage ist gerade bei Sexualdelikten nicht immer eine g’mahte Wies‘n. Dennoch muss die Frage erlaubt sein, wieso es immer wieder zu Frauenmorden durch bereits mehrfach schwer auffällige Täter kommen kann. Bei aller Liebe: Diese Taten kommen doch nicht aus heiterem Himmel!

So einer hat in unserem Land nichts zu suchen!
Auch ist es nicht moralisch verwerflich, sich darüber zu wundern, warum so jemand ein Asylaberkennungsverfahren überstehen konnte und weiter unbehelligt in unserem Land sein durfte. Klar: Auch ein solcher Fall darf und soll nicht zu einer polemischen Vorverurteilung aller Flüchtlinge verleiten und die allermeisten sind völlig unauffällig. Wenn aber einer dabei ist, der auch nur den Anschein macht, dass er es nicht ist - dann hat er in unserem Land nichts zu suchen!

Wie viele Frauenmorde braucht es noch?
Auch dieses Mal ist der Wunsch nach echten, politischen Konsequenzen groß. Es muss dringend allumfassend und tabulos über die Justiz und ihre Urteile, die gesetzliche Basis und das offenbar nicht selten verbreitete, falsche Frauenbild in unserer Gesellschaft diskutiert werden und am Ende müssen konkrete Verbesserungen stehen. Oder wie viele Frauenmorde braucht es noch?

Katia Wagner
Katia Wagner
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