21.08.2021 19:00 |

Geimpft in Disco & Bar

Umfrage: Mehrheit für Einführung der 1G-Regel

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) halten die Einführung der 1G-Regel im Herbst in Bereichen mit besonders hohem Ansteckungsrisiko wie der Nachtgastro für vorstellbar und möglicherweise notwendig, sollten die Infektionszahlen weiter steigen. Das teilten sie am Samstag gemeinsam mit. Das Betreten von Diskotheken wäre dann nur mehr vollständig Immunisierten gestattet. Ähnliches hatte zuvor die SPÖ gefordert. Der 1G-Regel können einer aktuellen Umfrage zufolge jedenfalls knapp 55 Prozent der Österreicher etwas abgewinnen.

Eine größere Spaltung der Gesellschaft zeigt sich laut der Umfrage von Unique Research in der Impfdebatte nach der Parteienpräferenz: Nur elf Prozent der FPÖ-Wähler sind für diese Vorteile für Geimpfte, 86 Prozent dagegen. Nahezu spiegelverkehrt dazu die ÖVP-Wähler: 82 Prozent dafür, 15 Prozent dagegen. SPÖ-Wähler befürworten Vorteile für Geimpfte zu 72 Prozent, 23 Prozent lehnen das ab, berichtet das Nachrichtenmagazin „profil“.

„Müssen gut auf den Herbst vorbereitet sein“
„Österreich hat die Corona-Pandemie bisher vergleichsweise gut gemeistert. Wir müssen aber gut auf den Herbst vorbereitet sein, denn die Zahlen werden wieder steigen. Wenn die Zahlen weiter steigen, dann braucht es die 1G-Regel für Diskotheken und Nachtklubs“, stellte Kurz klar. Mit der Impfung habe man „das beste Mittel in der Hand, um der Pandemie Herr zu werden und unser Gesundheitssystem zu schützen“. Daher gelte es nun weiterhin, „so viel wie möglich zu impfen, um sich selbst und andere zu schützen“, sagte der Kanzler.

„Aktuelle Prognosen der Wissenschaft zeigen uns, dass wir die Impfrate weiter erhöhen müssen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden“, gab Mückstein zu bedenken. Der Gesundheitsminister appellierte daher einmal mehr an alle bisher Nichtgeimpften, das nachzuholen: „Sie schützen damit sich selbst und auch Ihre Lieben vor einer schweren Erkrankung.“

NEOS: Engere Regel als 2G „sachlich nicht zu argumentieren“
Kritik an der Ankündigung der Regierung kam von den NEOS, denn diese vergesse auf die Genesenen. „Dass die Impfung vor einer schweren Covid-Erkrankung schützt, ist klar und steht außer Streit. Aber auch die Genesenen sind wenig gefährdet, einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden, und müssen daher vorläufig nicht geimpft werden, schon gar nicht doppelt“, meinte Gesundheitssprecher Gerald Loacker in einer Aussendung. Eine engere Regel als 2G sei daher sachlich nicht zu argumentieren.

Auch Rendi-Wagner plädiert für 1G-Regel
Zuvor hatte angesichts der beginnenden vierten Infektionswelle auch SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner einmal mehr gefordert, den Zutritt zur Nachtgastronomie, zu Festivals und Sportveranstaltungen nur noch für vollständig Geimpfte zu erlauben. Auf diese Weise solle die Impfquote vor allem bei Jugendlichen gesteigert werden. Nur zehn Prozent der 12- bis 17-Jährigen seien derzeit vollständig geimpft - für den Schulstart im Herbst bringe dies eine gefährliche Ausgangslage, so Rendi-Wagner.

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