Staatsanwalt Andreas Höbl warf den Angeklagten drei Ex-Managern Wolfgang Kulterer, Gert Xander und Albin Ruhdorfer Untreue vor, alle drei wollen davon nichts wissen. Konkret ging es um einen Zwei-Millionen-Euro-Kredit an die später pleitegegangene Fluglinie Styrian Spirit und einen 150.000-Euro-Kredit an Privatdetektiv Dietmar Guggenbichler.
"Ein abgekartetes Spiel"
Der Staatsanwalt sieht Xander als "unmittelbaren Täter", Kulterer sei "Bestimmungstäter" und der ehemalige Prokurist Ruhdorfer "Beitragstäter". Die mit den Kreditvergaben befassten Sachbearbeiter hätten bei ihren Einvernahmen ausgesagt, die Zwei-Millionen-Kreditvergabe an die Fluglinie Styrian Spririt sei nicht nur ein "kurioser Kreditfall, sondern ein abgekartetes Spiel" gewesen. Ein Bank-Mitarbeiter habe ausgesagt, dass er bei den vorliegenden Unterlagen mit Sicherheit keinen Kredit gewährt hätte.
Kulterers Verteidiger Ferdinand Lanker warf der Anklagebehörde vor, Kulterer mit allen Mitteln kriminalisieren zu wollen. Das Verfahren werde beweisen, dass Kulterer in keinen Entscheidungsprozess eingegriffen und keine Weisung erteilt habe, erklärte er.
Haiders E-Mail an Kulterer
Kulterer selbst bestritt in seiner Einvernahme jede Verantwortung: "Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals in meiner Karriere Weisung an einen Mitarbeiter erteilt habe." Dass er "erste Anlaufstelle für Landeshauptmann Haider" gewesen wäre, sei aber logisch gewesen. Am 18. Juli 2005 habe er vom damaligen Landeshauptmann Jörg Haider eine kurze Mail erhalten mit dem Ersuchen, der Fluglinie einen Überziehungsrahmen von zwei Millionen Euro zu gewähren, erzählte Kulterer. Diese Nachricht sei sofort an die Hypo Österreich weitergegangen. Der Auftrag für die erste Million sei dann am 29. August durchgeführt worden. "Das ist also kein Kredit auf Zuruf", meinte Kulterer.
Im Übrigen habe er, Kulterer, Kunden und Finanzierungsfälle immer an die Österreichbank (mit Gert Xander als Chef, Anm.) weitergeleitet. Eingriffe hätten jedoch nicht stattgefunden. Auch mit dem 150.000-Euro-Kredit an den Privatdetektiv Dietmar Guggenbichler will er nichts zu tun gehabt haben. Dass Guggenbichler die Raten nicht gezahlt habe und dies von der Bank nicht gemeldet worden sei, sei ein "Fehler der Bank".
Xander widerspricht Kulterers Aussagen
Gert Xander widersprach dann seinem ehemaligen Chef Wolfgang Kulterer bezüglich der Einflussnahme für den Styrian-Kredit. Die Verhandlungen über die Finanzierung der Fluglinie Styrian Spirit habe ausschließlich Kulterer geführt. Guggenbichler hätte er ohne die Zusicherung Kulterers über Aufträge der Hypo International keinen Kredit gegeben, sagte er. Natürlich sei ihm klar gewesen, dass Kulterer ihm keine Weisung erteilen und auch keine Kredite über die Hypo Österreich habe vergeben können, erklärte er. Aber er selbst sei in diesen Fall nicht involviert gewesen und habe nie Kontakt mit Vertretern der Fluglinie gehabt, weder persönlich noch telefonisch noch per Mail.
Der Kontakt sei über Kulterer oder die kreditgebende Abteilung direkt erfolgt, ohne ihn, erklärte er. "Das war eine Vereinbarung vom Land Kärnten mit der Hypo International und somit Kulterer. Das war sein Wunsch, das hat er vereinbart. Das war meine Einschätzung", sagte Xander. Er räumte aber auch ein, dass er den Fall habe prüfen lassen und eine Finanzierung der Styrian Spirit danach als vertretbar und betriebswirtschaftlich sinnvoll beurteilt habe.
Der Prozess wurde am Mittwoch mit der Einvernahme des früheren Prokuristen Albin Ruhdorfer fortgesetzt. Dieser entlastete Wolfgang Kulterer, indem er Richter Robert Nenny wissen ließ, dass dieser bei der Kreditvergabe an die Fluglinie Styrian Spirit Druck keinen Druck auf ihn ausgeübt habe. Er sei auch vom zweiten Angeklagten Gert Xander nicht unter Druck gesetzt worden, so Ruhdorfer.









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