27.07.2021 09:31 |

PI Kopernikusgasse

Gruppeninspektorin Martina Kohlhammer (43)

Sie ist die einzige Frau unter den Nominierten, Gruppeninspektorin Martina Kohlhammer („Polizistin war mein Kindheitstraum“).

Ein kriminalistisches Multitalent, ideenreich, hartnäckig, umsichtig und unermüdlich - so wird sie von Kollegen beschrieben. Terrorermittlungen, Seriendiebe bis hin zu Abgängigen, die Beamtin ist vielseitig im Einsatz. Ihr vielleicht verzwicktester Fall: ein Autist, der aus einer Pflegeeinrichtung verschwunden ist.

Ein Mensch ohne Orientierung, ohne Papiere, einer der mit keinem anderen spricht. So jemand steigt in einen Zug und taucht in Prag wieder auf. Oder eben nie mehr. Die Zeit drängt. Die Kriminalistin durchforstet Öffi-Fahrpläne und Stadtkarten, sucht nach Bezugspunkten zum Abgängigen. Das sind seine Pflegeeinrichtung und eine betreute Werkstätte, in er gelegentlich aufsucht. Im Umkreis der beiden Einrichtungen befinden sich mehrere U-Bahnlinien, Busse und Straßenbahnen. Eine Strecke führt zum Hauptbahnhof. Fernzüge in alle Richtungen. Ein schlechtes Zeichen.

Kohlhammer leitet eine österreichweite Fahndung ein und postet auf Facebook ein Bild des hilflosen Autisten. Der entscheidende Hinweis kommt von einem jungen Mädchen, die mit der Linie 77 unterwegs ist. Der Betroffene sitzt im Bus. Zwei Tage lang war er in Wien mit den Öffis herumgeirrt. Kohlhammer hat ihn halb verdurstet aufgespürt und gerettet.

Das Hobby der 43-Jährigen ist ihr Rettungshund „Max“. Kohlhammer ist Notfallsanitäterin, freiwillige Mitarbeiterin des Roten Kreuzen und so etwas wie die „Miss Covid“ der Polizei. Noch vor dem ersten Lockdown lehrte sie den Kollegen Verhaltensregeln im Umgang mit dem tödlichen Virus. Regeln, die heute selbstverständlich sind.

 krone.at
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