Massenrauferei

Drakonische Strafen gegen NBA-"Bad Boys"

Sport
22.11.2004 22:00
Begrenztes Berufsverbot und drakonische Sperren: Die nordamerikanische Basketball-Profiliga hat mit den härtesten Strafen der NBA-Geschichte auf die skandalösen Ausschreitungen am vergangenen Freitag beim Spiel zwischen den Detroit Pistons und den Indiana Pacers reagiert. Neun Profis sind mit mehr als 140 Matchsperren belegt worden, nachdem sich Spieler und Fans eine wüste Prügelei geliefert hatten und die Partie mit 97:82 für Indiana in der letzten Minute abgebrochen werden musste.
Am härtesten traf es Indianas "Bad Boy"Ron Artest. Der 25-jährige All-Star-Forward ist wegen seinerFaustschläge bei den schwersten Prügelszenen der NBA-Geschichtefür den Rest der Saison suspendiert worden. Er muss 73 Spieleaussetzen und verliert rund fünf Millionen Dollar seinesJahresgehalts. Damit übertraf der schon mehrfach fürähnliche Ausraster "vorbestrafte" Spieler die bisherige "Bestmarke"von Latrell Sprewell, der in der Saison 1997/98 nach einer Tätlichkeitgegen seinen Coach 68 Matchstrafen erhalten hatte.
 
Welle der Gewalt
Artest war völlig ausgerastet, nachdem er denDetroiter Ben Wallace gefoult und dieser sich dagegen gewehrthatte. Die beiden lösten damit eine Welle der Gewalt aufdem Spielfeld aus: Stühlen flogen, Zuschauer schüttetenGetränke auf die Spieler. Wallace kam mit sechs Spielen Sperrenoch glimpflich davon, seine mitprügelnden Teamkollegen StephenJackson (30 Spiele) und Jermaine O'Neal (25) traf es deutlichhärter. Der mit einer Jahresgage von 14,8 Millionen Dollarhoch dotierte O'Neal verliert dadurch rund ein Viertel seinesSalärs.
 
NBA-Chef: "Zeichen gesetzt"
"Wir haben ein Zeichen gesetzt und ich bin sicher,dass sich so etwas nicht wiederholen wird", meinte NBA-CommissionerDavid Stern, der sich mit Spieler-Gewerkschaftsdirektor BillyHunter noch einmal an einen Tisch setzen wird. "Es war das schlimmsteMatch unter den rund 25.000, die ich gesehen habe. Wir müssendeutlich machen, dass es beim Basketball Grenzen gibt. Eine davonist eine Spielfeld- Abgrenzung zwischen Spielern und Zuschauern.Dann können die Profis ihre Selbst-Kontrolle nicht verlierenund auf Tribünen stürmen."
 
Auch Publikum trägt Schuld
Zur Urteilsfindung war neben den TV-Aufnahmen auchBildmaterial der Zuschauer herangezogen worden. "Es war abschreckend,wie sich die Zuschauer verhalten haben. Aber es entschuldigt nichtdas Verhalten unserer Profis", betonte Stern, "wir müssenalles dafür tun, dass in Zukunft die Gewalt außen vorbleibt."Weitere Folgen könnten ein Alkoholverbot in den Hallen undeine Verstärkung des Sicherheitspersonals sein.
 
"Bad Boy" ist reuig
Ron Artest zeigte sich von dem Strafmaß beeindrucktund bedauerte sein Verhalten. "Ich respektiere Sterns Reaktion.Aber ich glaube, ich bin bei der Wertung der Situation nicht fairbehandelt worden", meinte der 112 Kilo schwere und 2,01 m großeAthlet. Er gab an, dass er zwei Mal von einem vollen Getränkebechergetroffen worden war, bevor er zugeschlagen hatte. Stern führtezur Begründung des Strafmaßes an, dass Artest schonbei früheren "Vorfällen" aus verschiedensten Anlässendie Selbstkontrolle verloren hatte.
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(Bild: KMM)



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