Die 51-jährige Patientin leidet am sogenannten "Veitstanz". Eine schwere, noch unheilbare Gehirnerkrankung, die sich in unkontrollierten Hand- und Fußbewegungen äußert. Bis vor Kurzem wurde sie im Rahmen einer Teilpflege betreut. Zuletzt verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand aber und ein vom Land bestellter Mediziner stellte fest, dass sie nun eine 24-Stunden-Pflege benötigt.
Trotz aller Bemühungen kein Platz
Die folgenden Ereignisse lösten dann Ärger und völlige Verständnislosigkeit im Umfeld der Frau aus, wie auch ihr Arzt, Herbert Weiler, auf Anfrage der "Krone" bestätigt: "Wir haben trotz aller Bemühungen keinen Platz in einem der drei städtischen Haller Pflegeheime für die Frau bekommen. Auch Interventionen bei der Stadtführung blieben erfolglos. Und die Ordensschwestern, die zwei Anstalten betreiben, haben keinen freien Platz zur Verfügung."
Was Weiler besonders ärgert: "Ohne die Patientin auch nur einmal angesehen zu haben, kam das Nein der Pflegeleitung. Noch dazu mit einer völlig abstrusen Begründung: Man hätte schon einmal einen Patienten mit dieser Krankheit gehabt, dieser hätte aber nur Probleme bereitet." Auf die 51-Jährige würde dies aber absolut nicht zutreffen. Sie wäre problemlos zu führen.
Psychiatrie als letzter Ausweg
Um die Frau, die Ende Jänner ihre Wohnung räumen musste, nicht auf der Straße landen zu lassen, fand sich als letzter Ausweg nur die Möglichkeit, sie in der Psychiatrie unterzubringen. "Wir müssen dankbar sein, dass die Ärzte dort wenigstens die Patientin aufgenommen haben, obwohl sie auf gar keinen Fall dorthin gehört."
Tiroler Krone









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