Clenbuterol-Affäre

Contador in Spanien vom Dopingvorwurf freigesprochen

Sport
15.02.2011 17:33
Tour-de-France-Sieger Alberto Contador hat eine seiner wichtigsten Etappen gewonnen. Der 28-Jährige ist am Dienstag von der Disziplinarkommission des spanischen Radsport-Verbandes vom Dopingvorwurf freigesprochen worden. Der Spanier, der gegen eine einjährige Sperre und die Aberkennung seines Tour-Sieges 2010 Berufung eingelegt hatte, ist damit ab sofort wieder startberechtigt.

Der Weltverband (UCI) sowie die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) haben die Möglichkeit, innerhalb eines Monats beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne letztinstanzlich gegen die Entscheidung zu berufen. Die UCI will den Fall und die Gründe für den Freispruch vor einer Entscheidung noch einmal genau studieren.

Anwalt: "Die Gerechtigkeit hat gesiegt"
Bei Contador war während der Tour de France 2010 in mehreren Tests die verbotene Substanz Clenbuterol nachgewiesen worden. Der Madrilene berief sich darauf, diese sei durch verunreinigtes Rindfleisch ohne sein Wissen in den Körper gelangt. In einer vorläufigen Entscheidung vor drei Wochen hatte sich der spanische Verband noch für eine einjährige Sperre ausgesprochen.

Contador machte in seinem Einspruch aber geltend, das verbotene Mittel, das auch zur Kälbermast verwendet wird, nicht absichtlich zu sich genommen zu haben. Zudem könne ihm keine Nachlässigkeit zur Last gelegt werden, meinte der dreifache Tour-Sieger. "Die Gerechtigkeit hat gesiegt", betonte Contadors Anwalt Andy Ramos am Dienstag.

Bereits am Mittwoch wieder am Start
Contador wird nach der Entscheidung zu seinen Gunsten bereits am Mittwoch bei der Algarve-Rundfahrt in Portugal an den Start gehen. Sein erstes Interview nach dem Freispruch sollte Contador am Dienstagabend in einer populären spanischen TV-Sendung geben. "Wir können ganz einfach den Abschluss (der Affäre) bestätigen", erklärte Anwalt Ramos beim Verlassen des Verbandssitzes in Madrid. "Er kann ab sofort wieder fahren."

Sein Mandant sei sehr glücklich über diese Entwicklung. Contador hat die Tour de France bei seinen vergangenen drei Teilnahmen 2007, 2009 und 2010 jeweils gewonnen. 2008 war sein damaliges Team Astana wegen vorhergehender Doping-Verwicklungen nicht zur wichtigsten Landesrundfahrt eingeladen worden.

Mit Doping-Arzt Fuentes in Verbindung gebracht
Auch Contador war in der Vergangenheit immer wieder mit dem madrilenischen Arzt Eufemiano Fuentes wegen Blutdoping in Verbindung gebracht worden. Im Mai 2006 waren im Rahmen der "Operation Puerto" u.a. Blutbeutel mit dem Vermerk A.C. bei Fuentes sichergestellt worden. Auf einer später erstellten Liste betroffener Athleten schien Contador aber nicht auf. Selbst Clenbuterol, das den Muskelaufbau unterstützt, war bei der Tour im Vorjahr nur in äußerst geringer Menge nachgewiesen worden.

Die Algarve-Rundfahrt ist nun Contadors erstes Rennen für seine neue Equipe Saxo Bank. Er hatte sich dem dänischen Team von Bjarne Riis im Sommer bereits vor seinem positiven Doping-Befund angeschlossen.

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(Bild: KMM)



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