Neue Lifte und Pisten

Masterplan bis 2020 für Schlick-Lizum: 100 Mio. € Kosten

Tirol
09.02.2011 09:44
Einen 10-Jahre-Masterplan haben Touristiker und Bürgermeister für das Stubaital und das westliche Mittelgebirge ausgearbeitet. Dieser sieht nicht nur die umstrittene "3S-Seilbahn" über die Kalkkögel vor, sondern eine Vielzahl weiterer Lifte und auch Pisten. Andere Kleinskigebiete kommen in diesem Plan nicht mehr vor.

Der Axamer Bürgermeister Rudolf Nagl, ein glühender Projekt-Befürworter, stellte bei der Versammlung am Montagabend in Götzens entschieden in Abrede, dass die Kalkkögel-Seilbahn mit dem ebenfalls umstrittenen Piz Val Gronda vergleichbar sei: "Bei uns wird kein Baum gefällt, kein einziger Pistenkilometer kommt hinzu, und das Ruhegebiet wird nicht zerstört. Im Gegenteil, es besteht sogar die Chance, es aufzuwerten", sagte Nagl bei der sehr gut besuchten Projektpräsentation. Diese erfolgte durch die Planer-Gemeinschaft I.N.N. und war sehr aufschlussreich, was in diesem Gebiet insgesamt an Projekten geplant ist.

Ski-Träume kosten 100 Millionen Euro
Die Seilbahn über die Kalkkögel, vom Hoadl bis zum Kreuzjoch in der Schlick, ist demnach nur ein Anfang. Der "Masterplan von 2010 bis 2020" sieht eine Fülle von Erweiterungen in Form neuer Pisten und Zubringerlifte vor: Einerseits im Stubaital auf der Kaserstattalm, andererseits auch in der Lizum, wo ein Lift direkt aus Axams in die Lizum führen soll. Kostenpunkt für die Ski-Träume: 100 Millionen Euro, in altem Geld fast 1,4 Milliarden Schilling.

Was mit den anderen Skigebieten wie Glungezer, Patscherkofel, Ranggerköpfl passiert, wenn solche Summen in ein Gebiet investiert werden, ließen die Planer unbeantwortet. Im Masterplan kommen sie jedenfalls nicht mehr vor.

Keine kleine Fusion ohne Landes-Ja zur großen
Kurios ist auch, dass die kleine Fusion Muttereralm-Lizum von der Zusage zur großen abhängig gemacht wird ("Junktimierung"). Mit anderen Worten: Die kleine Lösung soll nicht kommen, wenn die große Seilbahn scheitern sollte. Und: Die naheliegendste Fusion, nämlich die der Skikarten, liegt seit Jahren auf Eis. Die Lizum ist bei der Regiocard, die Muttereralm beim Freizeitticket dabei.

Die wichtigste Frage sei beim Info-Abend unbeantwortet geblieben, so die Grünen: "Ist es verantwortbar, dass die überschuldete öffentliche Hand 50 Millionen in eine Liftfusion steckt?"

von Philipp Neuner, Tiroler Krone

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