Die Todesschüsse auf einen Wiener Billardmeister sollten der "perfekte Mord" werden und ein falsches Alibi vor jeder Strafverfolgung schützen. So schildert es die Anklage gegen einen 21-jährigen Wiener, der die angebliche Vergewaltigung seiner Freundin rächen wollte. Er war von der Idee besessen, das Recht in die eigenen Hände nehmen zu müssen, so sein Anwalt.Zuerst verkleidete er sich als Mitarbeiter eines Paketdienstes und fuhr zur Wohnung des Billardmeisters, den er mit versteckter Kamera filmte. Das Foto zeigte er der Freundin, die Harald W. als ihren Peiniger identifizierte.
Dann besorgte er eine Waffe. Weil aber kein Schalldämpfer zu beschaffen war, wählte er als Datum für das Verbrechen den Silvestertag 2009 aus. Denn da – so die Überlegung - würden die Schüsse wegen der am 31. Dezember üblichen Knallerei nicht auffallen.
Komplize sorgt mit Radarfallen-Trick für Alibi
Schließlich brauchte Alexander W. noch ein gutes Alibi. Dazu verborgte er sein Auto und sein Handy. Ein nun wegen Beteiligung am Mord angeklagter Freund fuhr dann mit dem Wagen auf der Westautobahn in eine Radarfalle. Und auch die Handyortung sollte den Täter entlasten. Alexander W. fuhr währenddessen zur Wohnung des Billardmeisters und schoss diesem in den Mund. Das Komplott wurde aufgedeckt, jetzt die Anklage erhoben.
Rudolf Mayer, der Anwalt des Hauptbeschuldigten, verwies zunächst auf eine von einer Gutachterin diagnostizierte Persönlichkeitsstörung und sagte: "Mein Mandant verkraftete es nicht, dass die Tat an seiner Freundin folgenlos geblieben ist. Er befand sich emotionell in einem zwanghaften Tunnel. Meiner Ansicht nach liegt Totschlag vor." Und Philipp Winkler, der einen der Helfer verteidigt, betont den jugendlichen Leichtsinn aus falsch verstandener Freundschaft. Der Termin für den Prozess wurde für 28. März anberaumt.
von Peter Grotter, Kronen Zeitung










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