22.06.2021 07:00 |

Erster Zug angekommen

Verbindung von China nach Graz ist auf Schiene

Vom Entsafter über den Kabelbinder bis hin zum Pullover: Große Freude herrschte am Montag über den ersten voll beladenen Güterzug, der von China kommend das Cargo Center in Graz-Werndorf erreicht hat. Die Nachfrage nach der umweltfreundlichen Alternative zu Schiff und Flugzeug ist seit der Pandemie explodiert.

Abfahrt: neue Seidenstraße, Ziel-Bahnhof: Graz-Werndorf. Als am Montag der erste Güterzug, beladen mit 40 bunten Containern - vollgepackt mit einer ebenso vielfältigen Waren-Mischung „made in China“ - die Steiermark erreichte, war die Freude bei den Verantwortungsträgern groß.w

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Wir arbeiten daran, die durchschnittliche Transportzeit von 16 bis 18 Tagen derzeit durch Digitalisierungsmaßnahmen um drei bis fünf Tage zu reduzieren.

Thomas Kargl, ÖBB Rail Cargo Group

Dass es bei keinem einmaligen Ereignis bleibt, steht fest: „Eine Verdoppelung unserer Leistungen würde bereits die Hälfte der nötigen CO2-Einsparungen bringen“, unterstrich Thomas Kargl (im Bild rechts neben Christian Steindl), Vertriebsvorstand der ÖBB Rail Cargo Group, bei der Ankunft die klimapolitische Bedeutung der neuen internationalen Achse.

Schiffe und Flugzeuge stehen auf der Bremse
Durch die Pandemie bedingte Preisrekorde bei der Luftfracht sowie anhaltende Kapazitätsengpässe bei der Containerschifffahrt sind weitere Nachfrage-Treiber bei der Bahn: „Konservative Prognosen rechnen mit einer Verdoppelung, die optimistischeren Aussichten gehen von einer Verdreifachung der transportierten Containermenge bis zum Jahr 2030 aus“, hieß es seitens der ÖBB.

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Der mit Non-Food-Produkten beladene Ganzzug legte pro Tag durchschnittlich zwischen 800 und 1000 Kilometer zurück.

Christian Steindl, Cargo Center Graz

Handelsachse floriert noch eher einseitig
Wäschekörbe und Glasschüsseln wurden unter vielen anderen Produkten am Montag vom Zug gehievt um schon bald in einer großen heimischen Handelskette an die Frau und an den Mann gebracht zu werden. „Von China nach Europa kommen vor allem Waren aus den Bereichen Mode, Chemie, Elektronik und Gesundheit“, berichtete Christian Steindl, Geschäftsführer des Grazer Cargo Centers. Umgekehrt rollen die Züge jedoch noch nicht so rasch: „Zu den Top-Produkten, die von Europa nach China transportiert werden, zählen aktuell vor allem Kühlschränke, Spinnfasern und Heizungssysteme“. Automotive und Luxuswaren wären ebenso gefragt.

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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