Jahr der Wälder
Bayerischer Bub glänzt mit Rede vor UNO in New York
"Die Erwachsenen wissen Bescheid über die Armutskrise und Naturkatastrophen, aber wir Kinder verstehen einfach nicht, warum sie nicht handeln" sagte Felix in seiner frei gehaltenen Rede. Mit seiner Initiative "Plant for the Planet" (Pflanzen für den Planeten) hatte der Schüler bereits im Alter von neun Jahren Kinder in aller Welt animiert, in jedem Land eine Million Bäume zu pflanzen.
Man müsse den Wissenschaftlern mehr Gehör verleihen und agieren, denn nur Reden verändere nichts, sagte Felix in New York. "Viele Erwachsene werden das Jahr 2100 vielleicht nicht mehr miterleben. Doch für uns Kinder wird es Teil unseres Lebens sein - und schlussendlich auch eine Frage des Überlebens" meinte der Schüler.
Die Vereinten Nationen wollen mit der am Mittwoch gestarteten Kampagne ein Jahr lang auf die Bedeutung der Wälder - und auf ihre Bedrohung - aufmerksam machen. Auslöser der Baum-Initiative von Felix war einst ein Referat des Buben über den Klimawandel. Mit Hilfe des Internets gibt es Felix' Aktion mittlerweile in 91 der 192 UN-Staaten.
"Wir sind von den Wäldern genauso abhängig wie sie von uns"
In seiner Eröffnungsrede zum Internationalen Jahr der Wälder hob der Präsident der Vollversammlung, der Schweizer Joseph Deiss, hervor, dass exzessives Roden und Missmanagement der Holzindustrie den Kampf gegen Armut und Naturkatastrophen stark untergrabe. "Wir sind von den Wäldern genauso abhängig wie sie von uns. Es sind bereits ganze Zivilisationen wegen übertriebener Abholzung zugrunde gegangen" sagte Deiss.
Auch die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai rief zum Schutz der Wälder auf. "Es gibt einen Zusammenhang zwischen Waldvorkommen und Frieden" sagte die Kenianerin. "Wir müssen uns nur gegenseitig Mut zusprechen zu handeln, denn wir alle wissen, was zu tun ist. Naturkatastrophen sind nicht von Gott gemacht, sondern von uns Menschen selbst."
Nach Ansicht der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung FAO wird immer noch unterschätzt, wie wichtig die Wälder im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels sind. Gegen das Roden von Mangrovenwäldern vorzugehen, würde Küstenregionen mehr vor starken Stürmen und Tsunamis schützen. Aufgeforstete Wälder könnten den von Dürreperioden bedrohten armen Weltregionen helfen. Zudem sollten Bäume weltweit stärker für ein "grüneres Wirtschaften" eingesetzt werden. Die Holzindustrie brauche innovative Wege für eine soziale und ökologische Nachhaltigkeit.
Die FAO wirbt aber zugleich für Holz und Holzprodukte bei den Verbrauchern. Die Kunden hätten überhaupt keinen Grund, sich schlecht zu fühlen, wenn sie etwa Möbel aus Holz kauften: "Die Holzindustrie ist ein wichtiger Teil einer 'grüneren' Wirtschaft, ihre Produkte sind natürliches Material, sie stammen aus erneuerbaren Ressourcen und können im hohen Maße recycelt werden", unterstreicht der Bericht. Schon jetzt stammten 37 Prozent aller Holzprodukte weltweit aus wiederverwertetem Papier, Holzabfällen und Fibermaterial. Dieser Anteil dürfte laut FAO bis 2030 auf bis zu 45 Prozent wachsen.











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