NHL-Lockout

NHL-Stars "stürmen" russische Liga

Sport
12.11.2004 16:53
Der aus Tschechien stammende Eishockey-Weltstar Jaromir Jagr muss zum ersten Mal in seiner Karriere Probleme wegen seiner Trikot-Nummer befürchten. Die "68" auf dem Rücken des bisherigen NHL-Profis, ein historischer Protest gegen den Einmarsch der Sowjetarmee 1968 in seine Heimat, dürfte bei den Anhängern seines neuen russischen Clubs Awangard Omsk auf wenig Gegenliebe stoßen. Jagr wechselt aber nicht allein von der NHL in den Fernen Osten: Wegen des andauernden Arbeitskampfes in Nordamerika sind bereits mehr als 50 Profis in die finanziell verlockende russische Liga abgewandert.
Für die meisten NHL-Profis ist das AbenteuerRussland ein Sprung ins kalte Wasser. Ohne jemals dort gewesenzu sein, hatte der Weltklassespieler Jagr in Omsk unterschrieben- angeblich um seine Spielstärke auch in Russland zu testen.In der NHL sollte Jagr in dieser Saison elf Millionen Dollar verdienen.Mit dem Streik wurden aber nicht nur die Spiele, sondern auchdie Lohnzahlungen gestrichen.
 
Finanzielle Aspekte
"Ich verheimliche nicht, dass auch der finanzielleAspekt eine Rolle spielt", begründete der Tscheche seinenWechsel nach Westsibirien, der ihm angeblich zwei Millionen Dollareinbringt. Hinter Awangard Omsk steht der sportbegeisterte Ölbaronund Multimilliardär Roman Abramowitsch, der bereits hunderteMillionen Euro in den Londoner Fußballclub Chelsea gesteckthat. Awangard Omsk muss derzeit in der russischen Super-Liga umden Einzug in die Playoffs zittern, deshalb wurde der Club beimAusverkauf der NHL aktiv.
 
Der Exodus der NHL-Profis zum einstigen Klassenfeindist eine späte Genugtuung für das russische Eishockey.Mit Stars wie Vincent Lecavalier hat sich die russische Superligabeinahe über Nacht zur vorübergehend stärkstenLiga der Welt gemausert. Der Kanadier Lecavalier, der beim WorldCup im Sommer als wertvollster Spieler ausgezeichnet worden war,verließ den Stanley-Cup-Sieger Tampa Bay Lightning und schlosssich Ak Bars Kasan an.
 
"Ich wollte schon immer nach Europa und speziellnach Russland, weil es die Möglichkeit gibt, mit einigengroßen Spielern zusammen zu spielen", erklärte Lecavalier.Sein Mitspieler und Jugendfreund Brad Richards unterschrieb auchin Kasan. Weil in der NHL wohl bis zum Saisonende keine Einigungzu erwarten ist, sind bereits mehr als 260 Profis nach Europagewechselt, die meisten von ihnen nach Schweden, Russland undTschechien. Ein Schnäppchen sind die Westprofis keinesfalls.Bei Ak Bars Kasan sollen die Legionäre 1,6 Millionen Dollarfür ihren Einsatz bis zum Saisonende verdienen.
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(Bild: KMM)



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