KAGES und Co.

"Fruchtbarer" Rechnungshof: acht neue Prüfberichte

Steiermark
02.02.2011 10:27
Er ist eine ehrenwerte Institution, der steirische Landesrechnungshof. Nur, ein bisserl ruhig ist's in den letzten Monaten um ihn schon gewesen. Wollen wir einmal unterstellen, dass er den politischen "Rücksichtl" in Vorwahlzeiten gespielt hat. Damit er nicht für eine Partei als Munitionslieferant herhalten muss. Aber jetzt, da ist das Team um Direktor Johannes Andrieu wieder da. In alter Frische - und fruchtbar wie die Karnickel. Acht Prüfberichte - alle zusammen 455 Seiten stark - hat der RH auf den Markt geschmissen.

Da gibt's bemerkenswerte darunter, und welche die es weniger sind. Die Geschäftsführerbestellungen bei Landes-Immobiliengesellschaft, Mariazeller Schwebebahnen oder Tierpark Herberstein sind in Ordnung. Bravo!

Weniger positiv schaut's schon bei der Überprüfung der Notstromversorgung aus: Elf Gebäude wurden unter die Lupe genommen - und offensichtliche Schlamperei registriert: "Bei fast allen Objekten werden die Prüffristen nicht eingehalten, Kontrollbücher für Sicherheitsbeleuchtung fehlen."

Es liegt in der Fantasie des Betrachters, was er mit den folgenden Formulierungen tut. Die beamteten Detektive schauten sich den Kauf medizinisch-technischer Geräte (mit einem Auftragswert ab 40.000 Euro) genauer an. Genau 289 Vergaben mit einem Gesamtwert von knapp 40 Millionen Euro waren das im Zeitraum der Prüfung. Der Rechnungshof zog den Schluss: "Auffällig war, dass 253 Vergaben, also 88 Prozent, in einem Verhandlungsverfahren mit einem Bieter ohne vorherige Bekanntmachung durchgeführt wurden..."

Kopfwäsche für gemeinnützige Wohnbaugesellschaften
Auch wenn die Vergaben weitgehend ordnungsgemäß erfolgten, kritisieren die Prüfer systematische Mängel. Beamtensprache ist ja grundsätzlich höflich, die des Rechnungshofes überhaupt. Deshalb ist es eine ordentliche Kopfwäsche, die es für "Gemeinnützige Wohnbauträger" setzt. Prinzipiell war festzustellen, dass bei fremd- vergebenen Dienstleistungen eher Nachlässe erzielt wurden, bei von den Wohnbauträgern selbst durchgeführten Leistungen war das nicht der Fall. Ins gut Steirische übersetzt: Wenn's ums eigene Gerstl ging, haben es die "Gemeinnützigen" ordentlich krachen lassen...

"Für Planungs- und Baukoordination sowie bei den Verwaltungskosten wurden im überwiegenden Fall die Honorarobergrenzen ausgeschöpft." Und: "Aufzeichnungen über den zeitlichen bzw. monetären Aufwand der als Eigenleistungen verrechneten Honorare wurden in keinem Fall vorgelegt", monierten die Landesprüfer. Damit wissen jetzt wohl alle Menschen in der Steiermark, was denn mit "gemeinnützig" gemeint ist...

"Steiermark Inoffiziell" von Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"
Symbolbild

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Steiermark



Kostenlose Spiele