09.06.2021 12:18 |

Haft- und Geldstrafe

Apotheker wollte absichtlich Impfstoff verderben

Ein Apotheker hat in den USA mit voller Absicht Hunderte Impfstoffdosen unbrauchbar gemacht: Der Impf-Skeptiker hatte Bedenken, was die Sicherheit des Vakzins von Moderna anbelangt, und nahm die Ampullen aus dem Kühlschrank der Klinik, in der er arbeitete. Nun fasste der Pharmazeut wegen dieses Vergehens eine mehrjährige Gefängnis- und eine hohe Geldstrafe aus.

Die Tat im Aurora Medical Center im US-Bundesstaat Wisconsin verübte der Apotheker bereits im Dezember 2020, nun stand er dafür vor Gericht. Der 46-jährige Steven Brandenburg hatte in zwei Nachtschichten eine Kiste mit Moderna-Dosen auf dem Kühlschrank genommen - nachdem sie mehrere Stunden bei Zimmertemperatur gelagert waren, stellte er sie wieder in den Kühlschrank zurück, damit die Ampullen verimpft werden. So wurde 57 Menschen das Vakzin verabreicht, ehe die Umstände aufgedeckt wurden.

Die ungenutzten Dosen wurden an den Hersteller geschickt, der überprüfen sollte, ob die Dosen noch wirksam seien, so das US-Justizministerium. Der Impfstoff, der tiefgefroren geliefert wird, ist gekühlt mehrere Wochen haltbar.

„Ich hatte nicht das Recht, diese Entscheidung zu treffen“
Vor dem Richter zeigte sich der Angeklagte einsichtig: „Ich hatte nicht das Recht, diese Entscheidung zu treffen“, erklärte er. Er schäme sich für seine „schreckliche“ Tat, die ihm „zutiefst leid“ tue. Der Pharmazeut bekannte sich schuldig des Versuchs, Konsumgüter zu manipulieren und dabei das Risiko eingegangen zu sein, dass andere Menschen in Todesgefahr geraten oder verletzt werden könnten. Brandenburg sei generell skeptisch gegenüber Impfstoffen und im Speziellen gegenüber dem Corona-Vakzin von Moderna, teilte das Justizministerium mit. 

Für Staatsanwaltschaft „schweres Verbrechen"
„Der gezielte Versuch, Impfstoffdosen während einer Pandemie zu verderben, ist ein schweres Verbrechen", erklärte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Brian M. Boynton. Das sah das Gericht offenbar ähnlich, wie das Urteil zeigt: Der 46-Jährige wurde zu drei Jahren Haft und der Zahlung von
83.800 Dollar Entschädigung verdonnert.

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