Ab 1. Juli

Künftig zwei Varianten bei Corona-Kurzarbeit

Politik
07.06.2021 08:53

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) hat am Montag nach Gesprächen mit den Sozialpartnern die Fortsetzung und Neuadaptierung der Corona-Kurzarbeit verkündet. Es wird künftig zwei Varianten geben, nämlich einerseits für Betriebe mit einem Umsatzausfall von mindestens 50 Prozent und ein Übergangsmodell für alle anderen Betriebe. Es wird weiterhin die Möglichkeit von null Prozent Arbeitszeit geben, auch für Branchen, die weiterhin behördlich geschlossen oder im Lockdown sind.

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) sagte, dass man in den vergangenen Wochen an der Fortsetzung und Neuadaptierung der Kurzarbeit gearbeitet hätte. Man habe sich auf eine Doppelstrategie geeinigt. Einerseits für besonders betroffene Unternehmen bis Ende des Jahres und ein Übergangsmodell für alle anderen Betriebe bis Mitte nächsten Jahres. Die Förderhöhe ist 85 Prozent und die Reduzierung der Arbeitszeit ist auf maximal 50 Prozent Arbeitszeit beschränkt.

Kocher erwartet Entspannung am Arbeitsmarkt
Die Frage nach den Kosten sei laut Blümel derzeit noch schwer abzuschätzen, weil noch nicht klar sei, wie viele Betroffene es geben werde. Kocher sprach davon, dass sich die Situation bei der Arbeitslosigkeit in den vergangenen Wochen entspannt hätte. Durch das neue Modell erwartet er sich nicht mehr Arbeitslose. Er sprach auch die 100.000 beim AMS ausgeschriebenen offenen Stellen an, die für eine weitere Entspannung am Arbeitsmarkt sorgen sollen. Kocher geht davon aus, dass bis zum Ende des Sommers 120.000 Menschen in Kurzarbeit sein werden.

Betrieben „einen längeren Atem“ geben
Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer (ÖVP) sagte, dass man besonders betroffenen Betrieben durch die Neuadaptierung des Modells „einen längeren Atem“ gebe. Er sei dankbar für die Planungs- und Rechtssicherheit bis zum Ende des Jahres und freute sich über das Übergangsmodell. „Wir lassen niemand zurück und damit ist auch die Kurzarbeit das Herzstück für jene Betriebe, die noch ein bisschen länger brauchen“, so Mahrer. ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian sagte, dass das neue Modell mit zwei Varianten „auf jeden Fall passt“. Kurzarbeit habe es in Österreich bereits vor der Corona-Krise gegeben.

Derzeit sind rund 330.000 Personen zur Kurzarbeit angemeldet. Bisher hat das Arbeitsmarktservice (AMS) rund 11 Mrd. Euro an Corona-Kurzarbeitshilfen zugesagt und davon über 7,9 Mrd. Euro ausbezahlt. Die Neuregelung wäre die fünfte Phase der Corona-Kurzarbeit und soll ab Juli gelten.

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