Umweltfiasko droht

Frachtschiff mit Mikroplastik sinkt vor Sri Lanka

Ausland
02.06.2021 12:15

Ein völlig ausgebranntes und mit Mikroplastik und Chemikalien beladenes Containerschiff droht vor Sri Lanka zu sinken. Das hat am Mittwoch die Marine des Inselstaats der Deutschen Presse-Agentur mitgeteilt, nachdem man kurz zuvor damit begonnen hatte, das Schiff in tieferes Gewässer zu ziehen. Der Präsident habe dessen Verschieben angeordnet, damit es nicht gleich in der Nähe des Haupthafens des Landes untergeht, hieß es. Es droht eine Umweltkatastrophe von besonderem Ausmaß.

In den vergangenen Tagen waren an den Stränden von Sri Lanka bereits Hunderte tote Fische, einige tote Schildkröten, verkohlte Trümmer und viel Mikroplastikgranulat - teilweise vermischt mit Öl - gefunden worden. Die Chefin der Meeresschutzbehörde des Landes, Dharshani Lahandapura, sagte, dass sie in den vergangenen Jahren keinen vergleichbaren Schaden gesehen habe.

(Bild: AFP/Sri Lanka Air Force)

Brand konnte erst nach 13 Tagen gelöscht werden
Die unter der Flagge von Singapur registrierte X-Press Pearl hatte 13 Tage lang gebrannt, bis das Feuer am Dienstag nach Angaben der Marine endlich ganz gelöscht werden konnte. Das Schiff war beladen mit 1486 Containern mit 25 Tonnen teils gefährlichen Chemikalien, darunter Salpetersäure und Mikroplastikgranulate zur Plastikherstellung sowie Kosmetika.

(Bild: AFP/Sri Lanka Air Force)
(Bild: AFP/Ishara S. Kodikara)

Die Fracht sollte von Indien nach Singapur gebracht werden. Dann sei während eines Sturms eine Chemikalie aus einem Container ausgetreten, was eine chemische Reaktion ausgelöst und zum Feuer geführt habe, sagte ein Marinesprecher. Viele zumindest teils beschädigte Container seien noch auf dem sinkenden Schiff.

(Bild: AP/Eranga Jayawardena)
(Bild: AFP/Ishara S. Kodikara)

Fischen verboten: Mehr als 6000 Fischer betroffen
Soldaten und Seeleute versuchen, die Strände von den Plastikstückchen zu befreien. An Teilen der Küste ist das Fischen bis auf Weiteres verboten, wovon mehr als 6000 Fischer betroffen seien, hieß es vom Fischerei-Verband. Die Polizei soll sicherstellen, dass der Kapitän und zwei Offiziere wegen der weiteren Ermittlungen Sri Lanka nicht verlassen.

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