02.06.2021 10:25 |

Impfungen als Faktor

Entscheidung über Schule nach Ferien im August

Wie es nach den Ferien mit der Schule weitergeht, das wird voraussichtlich erst im August entschieden. Bei einem Schulbesuch am Mittwoch wollten sich Bundeskanzler Sebastian Kurz als auch Bildungsminister Heinz Faßmann nicht dazu äußern, ob es mit der Test- oder Maskenpflicht im Herbst weitergehen wird. Der Kanzler meinte jedoch, das werde von der Durchimpfungsrate auch bei den Jüngeren abhängen.

„Wir müssen uns überlegen, ob wir den hohen Testaufwand auch im Herbst betreiben werden“, so Faßmann. Die dreimal pro Woche auf dem Stundenplan stehenden Nasenbohrertests würden sowohl Zeit als auch Geld kosten. Über den Sommer wolle man dies „kritisch reflektieren“. Er wolle auch nicht ausschließen, dass man etwa einen erhöhten Testaufwand nur dort betreibe, wo es hohe Inzidenzen gebe. Gleiches gelte für die Maskenpflicht: Auch darüber müsse man noch nachdenken. Wenn es sie nicht mehr brauchen sollte, sei er der Erste, der für ein Ende der Maskenpflicht plädiere.

Faßmann: Virus ist „nicht ausrottbar“
Generell gelte aber: „Es ist Vorsicht schon noch geboten“, betonte der Minister. Das Virus sei „nicht ausrottbar“ - und schon gar nicht für ein kleines Land wie Österreich, das von zahlreichen anderen Staaten umgeben sei. Ähnlich auch Kurz: Die Entscheidung über solche Fragen müsse man dann treffen, wenn sie auch anstehen. Dabei nannte er den August. Klar sei auch: Eine gewisse Durchimpfungsrate auch bei jüngeren Menschen habe sicher auch positive Auswirkungen auf die Situation in der Schule. 

Übrig gebliebene Tests bekommen Schüler in Ferien mit
Sowohl Kurz als auch Faßmann verwiesen darauf, dass in dem meisten deutschen Bundesländern der Vollbetrieb an den Schulen erst diese Woche begonnen habe. Österreich sei mit seinem Testsystem gut durch die Pandemie gekommen. Im Sommer fallen die Schüler nun in ein „Testloch“. Deshalb plant Faßmann, den Kindern und Jugendlichen an den Schulen verbliebene Antigentests in die Ferien mitzugeben.

Für Kurz war Welle im Herbst nicht zu vermeiden
Die These, dass sich Österreich im vergangenen Sommer schlecht auf den Herbst vorbereitet habe und deswegen von der zweiten Viruswelle stärker als nötig getroffen worden sei, teilte Kurz nicht. Mit dem Wissen von heute könne man sagen, dass Pandemien immer in Wellen auftreten. Das sei auch in anderen Staaten so gewesen. „Ich glaube nicht, dass man sich die massive Welle hätte sparen können, wenn man am 10. Juli etwas anders gemacht hätte.“ Der große Unterschied im heurigen Jahr sei, dass man nun über eine Impfung verfüge. Damit sei die Ausgangssituation eine ganz andere - was sein könne, sei das Auftreten von weiteren Mutationen. Dann müsse man reagieren und rasch nachimpfen.

Ansonsten stand Smalltalk mit den Schülern in der AHS Gottschalkgasse in Wien-Simmering am Programm - vom schiefgegangenen Klavierunterricht in Kurz‘ Schülerzeit bis zu den Plänen für den Urlaub, den der Kanzler und Faßmann in Kroatien verbringen (Faßmann: „Aber getrennt“).

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