23.05.2021 12:30 |

Beteiligungsprojekte:

Die Steirer pflegen eine gute Nachbarschaft

Mehr und mehr Menschen in den Städten, aber auch auf dem Land möchten ihre direkte Umgebung aktiv mitgestalten. Stadtteilzentren, Bürgerbeteiligungs- und Nachbarschaftsprojekte erfahren derzeit regen Zuspruch. 

„Es ist wohl die schnelle, unbürokratische Hilfe, die wir geben können“, erzählt etwa Elisabeth Hufnagl vom Stadtteilzentrum Triester und berichtet von der großen Nachfrage nach dem Lerntreff und unzähligen Hausaufgaben, die sie während des Distance Learnings für Kinder ohne die nötige technische Ausrüstung ausgedruckt haben. Es ist aber auch die Möglichkeit, einander kennenzulernen, gemeinsam etwas zu unternehmen und sich auszutauschen, die den Erfolg dieser Institutionen ausmacht.

Kürzungen bis zu 72 Prozent
Umso unverständlicher sind die massiven Budgetkürzungen, die den Stadtteilzentren 2019 aufgebürdet wurden. 72 Prozent weniger Geld gibt es etwa für Hufnagl und ihr auf ein paar freiwillige Helfer geschrumpftes Team. Auch das Nachbarschaftszentrum St. Peter, Eggenlend, der Grätzeltreff Margarethenbad, das SMZ Jakomini, NaNet Floßlend und all die anderen mussten ihre Aktivitäten zurückschrauben.

Zahlreiche Aktivitäten
Wie wichtig das gute Zusammenleben in den Grätzeln ist, braucht man nicht zu betonen. Und es gibt eine immer größere Anzahl von Menschen, die sich dafür tatkräftig engagieren. Das Ergebnis sind Gemeinschaftsgärten, Flohmärkte, Kleidertausch, gestaltete Grünflächen, literarische Rundgänge, Yoga, Morgendisco und vieles mehr.

Künstler und Anrainer arbeiten gemeinsam
Das Kulturjahr Graz 2020 hat mit seiner Fragestellung „Wie wir leben wollen“ eine gehörige Portion Öl ins Feuer der Begeisterung für Stadtteilarbeit gegossen. Nicht selten geben ja Kulturschaffende den Anstoß, sich zu engagieren, doch es sind die Anrainer, die diese Projekte mit Ideen füllen und sie am Leben halten. Das zeigt auch „Die Schule des Wir“ des Grazer Kunstzentrums . Fünf Plätze im Annenviertel wurden von Künstlern gemeinsam mit den Bewohnern gestaltet. Am Lendplatz blüht mittlerweile eine Oase. Vor der Andrä-Schule gibt es eine Bühne, wo sich Schüler und Vogerln treffen können. „Wir wollten Inseln der Begegnung schaffen“, sagt Anton Lederer vom . Und jene, die bereits fertig sind, funktionieren ganz hervorragend. „Wenn man etwas gemeinsam erschafft, übernimmt man auch die Verantwortung dafür. Der Vandalismus hält sich dann in Grenzen, und man schafft einen Platz, an dem sich alle wohlfühlen“, ist man sich in der „Schule des Wir“ einig.

Wiederbelebung durch Beteiligung
Nicht nur in Graz blühen die Nachbarschaftsprojekte: „EisenerZ*ART“ etwa belebt die schwierige Post-Industrieregion mit spannenden Initiativen, auch beim Festival „STUBENrein“ im Murtal tut sich viel. Das Land fördert zudem über den Verein „Landentwicklung Steiermark“ Vorhaben, bei denen es um Ortskernverschönerungen, kinderfreundliche Aktionen oder die Erhaltung des Kulturerbes geht.

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