Eine ÖBIG-Studie (Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen) gibt interessante Details preis. Auf den Punkt gebracht: Wir haben ein Super-Gesundheitssystem, das allerdings teuer erkauft ist. Bei den Pro-Kopf-Ausgaben liegen wir mit genau 3.358 Euro pro Jahr 35 Prozent über dem EU-Schnitt. Bei der Bettendichte sind es gar 50 Prozent. Unfinanzierbar, in Zukunft.
Welche Schlüsse zieht Gesundheitslandesätin Kristina Edlinger daraus? "Zum Ersten: Das Gesundheitswesen ist hochdotiert und gut bezahlt, dazu sozial ausgewogen." Und weiter: "Patienten genießen großzügige Wahlfreiheit, sowohl bei Spitälern als auch bei niedergelassenen Ärzten." Das alles sei grundsätzlich positiv, doch zeige die Studie auch, dass hohe Ausgaben nicht unbedingt ein Indikator für eine bessere Gesamt-Konstitution sind.
Edlinger setzt auf mobile Hauskrankenpflege
Also, Frau Landesrätin, wo werden Sie die Reform ansetzen? "Es geht um Systemveränderung, nicht um Kostensteigerung, die könnten wir uns auch gar nicht leisten." (In der Steiermark müssen im Budget 25 Prozent gespart werden, Anm.) Geht es, in Sachen Systemveränderung ein bisserl konkreter? "Ja, es wird nicht mehr jedes Spital alles machen können, und es muss sich vieles von den Ambulanzen in Richtung Praktiker verändern." Für die Zukunft setzt Edlinger auf intensive mobile Hauskrankenpflege. Und: "Der Pflegebereich wird vom Sozial- ins Gesundheitsressort gelegt. Menschen, die Pflege brauchen, sollen nicht länger zu Sozialfällen gestempelt werden."
von Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"
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