Fliegender Wechsel?

Der Weg für Schwarz-Rot in Graz wäre jetzt frei

Steiermark
20.01.2011 09:23
Schon vor Wochen hat die "Krone" über Geheimverhandlungen zwischen dem ÖVP-Chef und Bürgermeister der Murmetropole Siegfried Nagl und der SPÖ-Graz berichtet. Nun haben sich die Gerüchte, Nagl plane einen fliegenden Wechsel von den Grünen zu den Roten, erneut verdichtet.

Nagl dementiert solche Geheimgespräche - man rede mit der SPÖ immer wieder über eine Zusammenarbeit in Sachfragen, aber nicht über einen Koalitionswechsel.

Warten auf neuen SPÖ-Chef
Polit-Insider aber wissen anderes zu berichten. So hätte Nagl der SPÖ sehr wohl signalisiert, einem Wechsel von den Grünen zu den Genossen nicht abgeneigt zu sein. In Detailverhandlungen wäre man aber nicht eingetreten. Geht auch gar nicht, weil erst der neue SPÖ-Chef kommen muss. Der wird spätestens nächste Woche gekürt, Landesrätin Bettina Vollath als Grazer Parteichefin ablösen und Stadtrat anstelle von Karl-Heinz Herper.

Schachner winkt ab
Zwei Kandidaten standen bislang zur Disposition. Edmund Müller, seit 1997 Geschäftsführer von Joanneum-Research und einst Mitarbeiter von LH-Vize Peter Schachner-Blazizek - sowie Horst Schachner, der Betriebsrats-Boss der Holding Graz, der sich mit dem "Streik" am Mittwoch gerade bei einem Großteil der Grazer unbeliebt gemacht hat. Nach einem Gespräch mit LH Franz Voves, hat Schachner nun aber abgewunken. Gibt's gar einen Deal, dass Schachner der nächste AK-Präsident wird, wenn er jetzt keine "Schwierigkeiten" macht?

Harte Tage für Müller
Für Müller, dessen Kür bereits als fix kolportiert wurde, werden es noch harte Tage - rote Gewerkschafter sträuben sich, ihn zu unterstützen. Es sind dieselben, die der SPÖ im Sommer fast den Todesstoß versetzt hätten, weil sie die Kür von Elke Edlinger zur Parteichefin einfach nicht akzeptieren wollten. Schachner: "Ich kenne Müller nicht, also kann ich nichts sagen."

Vollath zu Gesprächen bereit
Es liegt nun an Vollath, einen Konsens für Müller zu erzielen - einen anderen Kandidaten dürfte es derzeit ohnehin nicht geben. Anders als mit Schachner könnte Nagl mit Müller wohl zusammenarbeiten. Bettina Vollath zu einer Koalition mit der ÖVP: "Die Verantwortung für das Debakel von Schwarz-Grün trägt Nagl ganz alleine. Wir werden uns aber Gesprächen über eine etwaige Koalition mit der ÖVP nicht verschließen, schon allein, um den Grazern vorgezogene Neuwahlen zu ersparen." - Noch im November hat Vollath eine Koalition mit der ÖVP ausgeschlossen!

Rücker streut Salz in offene Wunde
Die grüne (Noch-)Vize-Bürgermeisterin Lisa Rücker meint in diesem Zusammenhang: "So wie ich den Bürgermeister kenne, kann ich mir nicht vorstellen, dass er sich von der Landes-ÖVP den Takt vorgeben lässt." Rücker streut Salz in eine offene Nagl-Wunde - die Niederlage der ÖVP bei der Landtagswahl in Graz, an der viele im Land (und angeblich auch im Bund) Nagl die Schuld geben.

ÖVP und SPÖ setzten am Mittwoch übrigens ein sehr starkes gemeinsames Zeichen - Nagl und Herper einigten sich endgültig auf das Prozedere für die Volksbefragung.

"Graz Inoffiziell" von Gerald Richter, "Steirerkrone"

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