17.04.2021 16:15 |

Brief an Putin

Promis fordern medizinische Hilfe für Nawalny

Mehr als 70 Prominente aus aller Welt, darunter „Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling und Schauspieler Benedict Cumberbatch, haben in einem offenen Brief an Russlands Präsidenten Wladimir Putin eine medizinische Behandlung für den im Straflager inhaftierten Kremlgegner Alexej Nawalny gefordert. Darin heißt es mit Blick auf seine Erkrankung: „Als russischer Staatsbürger hat er das Recht, von einem Arzt seiner Wahl untersucht und behandelt zu werden.“

Der Appell wurde am Samstag in mehreren europäischen Tageszeitungen wie „Le Monde“ abgedruckt. Unterzeichnet haben ihn neben Rowling und Cumberbatch unter anderem auch die drei Literatur-Nobelpreis-Trägerinnen Herta Müller, Louise Glück und Swetlana Alexijewitsch, Abba-Mitglied Björn Ulvaeus sowie die Historiker Niall Ferguson und Simon Schama.

Nawalny befinde sich in einem kritischen Zustand, heißt es in dem Schreiben an Putin mit der Aufforderung: „Herr Präsident, wir fordern Sie auf, dafür zu sorgen, dass Alexej Nawalny unverzüglich die medizinische Behandlung und Pflege erhält, die er dringend benötigt - und ihm nach russischem Recht zusteht. Von Russland gewählt und als Garant des Gesetzes, ist es Ihre Aufgabe, dies zu tun.“

Nawalny befindet sich seit Tagen im Hungerstreik, um so einen Arztbesuch durchzusetzen. Ihm droht nun eine Zwangsernährung. Der 44-Jährige klagte zuletzt über Rückenleiden, Lähmungserscheinungen in den Gliedmaßen, Fieber und Husten. Seine Familie, Anwälte und Unterstützer zeigten sich besorgt.

Werte kritisch
Das Team seiner Ärztin Anastassija Wassiljewa twitterte, es habe die Ergebnisse der Blutuntersuchung des Oppositionellen erhalten. Die Werte seien kritisch. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es nun zu einem Nierenversagen oder zu Herzrhythmusstörungen kommen könne.

Nawalny hatte im August einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebt und war in Deutschland behandelt worden. Er beklagt, dass der Einsatz des verbotenen chemischen Kampfstoffs gegen einen russischen Bürger in seiner Heimat nicht untersucht werde. Mehrere Labore in der EU haben das Gift nachgewiesen.

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