16.04.2021 08:26 |

Juni wird Impf-Monat

Covid-Impfung: Wer die vorgezogenen Dosen bekommt

Die Ankündigung des Herstellers Biontech/Pfizer, eine Million Dosen seines Corona-Impfstoffs bereits früher ausliefern zu können als geplant, wirkt sich positiv auf den österreichischen Impfplan aus. Insbesondere Jüngere und gesunde Personen dürfen nun mit einer etwas früheren Immunisierung gegen das Virus rechnen. Der Juni dürfte dabei zum großen Impf-Monat werden.

Probleme bei der Produktion, Lieferengpässe und das Aussetzen mancher Vakzine aufgrund seltener Thrombosefälle - die Impfkampagne in Europa ist zuletzt zusehends unter Druck geraten. Nun gibt es aber wieder positive Nachrichten: Am Mittwoch kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an, dass Biontech/Pfizer insgesamt 50 Millionen Impfdosen aus einem für das vierte Quartal geplanten Kontingent bereits wesentlich früher an die EU-Staaten ausliefern kann.

Eine Million Dosen für Österreich
Davon profitiert auch Österreich, das damit - entsprechend des vereinbarten Bevölkerungsschlüssels - schon im zweiten Quartal mit einer Million zusätzlichen Impfdosen rechnen kann. „Das heißt, dass wir den Impfplan noch einmal weiter beschleunigen und 500.000 Personen noch schneller impfen können. Das rettet Menschenleben und Arbeitsplätze”, zeigte sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) erfreut.

Aufteilung auf die Bundesländer
Im Kanzleramt rechnet man bereits im April mit rund 100.000 zusätzlichen Dosen, 300.000 sollen dann im Mai folgen und 600.000 Dosen im Juni. Von der ins zweite Quartal vorgezogenen Lieferung sollen den Angaben zufolge 30.000 ins Burgenland gehen, 60.000 nach Kärnten, 180.000 nach Niederösterreich, 160.000 nach Oberösterreich, 60.000 nach Salzburg, 130.000 in die Steiermark, 80.000 nach Tirol, 40.000 nach Vorarlberg und 210.000 nach Wien.

Zu den großen Profiteuren dieser vorgezogenen Lieferung dürften jüngere Menschen sowie Personen ohne Vorerkrankungen zählen, die nun bereits früher in den Genuss einer Impfung kommen. Sie wären eigentlich erst ab Juli an der Reihe gewesen, nun könnte es bereits im Juni so weit sein. 

Juni wird großer Impf-Monat
Der genaue Plan, wer, wann, womit drankommt, obliegt den Bundesländern. In Wien rechnet man mit den vorgezogenen Mengen eher erst im Juni, wodurch die für Juli geplanten Immunisierungen schlicht vorgezogen werden sollen. Der Juni soll damit schließlich der große Impf-Monat werden, in dem keine Priorisierung nach Alter oder Risikofaktoren mehr erforderlich ist.

Drei Viertel Ende Juni geimpft?
Sollten die Lieferversprechen halten, dürfte das Problem, zu wenig Impfstoff im Land zu haben, also schon bald beendet sein, wie Simulationsforscher Niki Popper von der TU-Wien am Donnerstag erklärte. Konkret bedeutet das, dass bis Ende Juni 65 Prozent der Unter-65-Jährigen eine erste Dosis zur Immunisierung erhalten haben könnten - alle älteren gar zu 100 Prozent. In Summe wären dies knapp drei Viertel der impfbaren Bevölkerung.

Impfbereitschaft als große Ungewisse
Eine unsichere Komponente gibt es bei dieser Berechnung aber noch: Während laut Regierungsangaben bis Mittel Juli sechs Millionen Menschen im Land eine Erstimpfung erhalten haben könnten, geht man derzeit davon aus, dass sich rund zwei Drittel der infrage kommenden Bevölkerung auch tatsächlich mit einer Impfung gegen das Coronavirus immunisieren lassen wollen - das wären jedoch nur rund fünf Millionen Menschen.

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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