31.03.2021 12:48 |

161.000 Euro verspielt

Casinos müssen Süchtigem hohen Verlust ersetzen

Der Mann ist - krank. Hochgradig spielsüchtig, depressiv. Er wollte sich sogar eine Auszeit nehmen und ins Ausland reisen. Er kam bis zum Casino in Wien. Und verspielte dort in einer Nacht 161.000 Euro. Jetzt wurden die Casinos Austria zur Rückzahlung verurteilt - vorerst noch nicht rechtskräftig.

Das Verfahren lief seit 2016, jetzt gibt es ein Urteil des Handelsgerichtes. Ein Gutachten attestiert dem Wiener seit diesem Zeitpunkt eine „pathologische Glücksspielsucht mit schwerer depressiver Störung sowie Intelligenzminderung“. Im Klartext, so Anwalt Peter Ozlberger, „war er kaum noch in der Lage, rational zu handeln und Schlussfolgerungen daraus zu ziehen“.

Spielsucht war Spieler und auch Casino bewusst
Dass er spielsüchtig ist, war aber nicht nur dem Spieler, sondern offensichtlich auch den Casinos Austria bewusst. Man führte nämlich mehrere Gespräche mit ihm darüber, verwies ihn auf Beratungsstellen und klärte ihn auf, dass sein Existenzminimum nicht gefährdet werden solle.

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Mangels Geschäftsfähigkeit ist kein gültiger Glücksspielvertrag zustande gekommen.

Anwalt Peter Ozlberger

Das dürfte auch den Ausschlag für die Verurteilung (40 Cg 30/19s - 35) gegeben haben. Denn jene Nacht vor Silvester 2016, als der Mann eigentlich mit dem Wohnmobil in die Schweiz wollte, aber sich verzockte, war nur die letzte einer „extrem dichten Reihe“ von Casino-Besuchen. „Mangels Geschäftsfähigkeit ist jedoch kein gültiger Glücksspielvertrag zustande gekommen“, zitiert Anwalt Peter Ozlberger das Urteil.

Gabriela Gödel-Nassauer
Gabriela Gödel-Nassauer
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