29.03.2021 16:22 |

In Bozen geschrottet

Video: Teurer Crash von Bundesheer-Nachfolgeheli

Schwerer Zwischenfall am Flughafen von Bozen: Am Wochenende ist einer der modernsten Hubschrauber der italienischen Finanzpolizei, eine AW 169, noch am Boden verunglückt und schwerst beschädigt worden. Brisant: Es handelt sich bei dem Modell um eine Variante jenes Hubschraubertyps, den das Bundesheer ab Mitte 2022 anschaffen wird.

Der Stolz der italienischen Finanzpolizei ist nur mehr ein Trümmerhaufen: Aus bislang ungeklärten Gründen ist vergangenen Samstag ein brandneuer Hubschrauber des Typs AW 169 beim Start am Flughafen Bozen in Probleme geraten und noch am Boden zur Seite gekippt. Die Rotorblätter schlugen gegen den Boden und brachen, in nur wenigen Sekunden wurde aus dem knapp zehn Millionen Euro teuren Fluggerät ein Wrack. 

Die Insassen - zwei Piloten sowie Beamte der Finanzpolizei - blieben weitgehend unverletzt. Lediglich leichte Blessuren von zwei Personen mussten versorgt werden. Am Hubschrauber dürfte Totalschaden entstanden sein, wie Bilder der Feuerwehr vor Ort zeigen.  

Neuer Hubschrauber für das Bundesheer
Für Österreich ist der Crash insofern von Bedeutung, als dass es sich bei der AW 169 um jenen Hubschrauber handelt, der die veraltete Alouette III des Bundesheeres ersetzen soll. Allerdings hat das Heer den Hubschrauber in der 169M-Variante bestellt - diese hat Kufen statt Räder, steht also stabiler am Boden als der verunglückte Helikopter in Bozen.

Pilotenfehler als Urache?
Tatsächlich könnten die Räder des Hubschraubers in Bozen etwas mit dem Crash zu tun haben, auf dem Video sind untypische Bugradbewegungen zu erkennen. Experten sprachen gegenüber der „Krone“ davon, dass eventuell das Bugrad nicht entriegelt war, während der Pilot in den Heckrotor gestiegen ist. Italienische Unfallermittler untersuchen bereits den schweren Zwischenfall.

18 Stück ab Mitte 2022
Wie berichtet, bekommt das österreichische Bundesheer 18 Stück der neuen Hubschrauber, der Rüstungsdeal hat ein Volumen von 300 Millionen Euro. Hersteller Leonardo aus Italien hatte sich gegen zwei günstigere Modelle von Bell (USA) und Airbus (Deutschland) durchgesetzt.

Fakten

AW169M
Besatzung: 1-2
Passagiere: 10
Nutzlast: 1800 kg / 2000 kg 
Leermasse: 2800 kg
max. Startmasse: 4600 kg
Reisegeschwindigkeit: 268 km/h
Triebwerke: 2 × Pratt & Whitney PW210A mit je 1100 PS 
Autopilot: 4-Achsen 
Stückpreis: Je nach Ausstattung zwischen 8 und 15 Mio. Euro

Paul Tikal
Paul Tikal
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