27.03.2021 14:12 |

185 Verletzte

Züge kollidiert: Mindestens 19 Tote in Ägypten

Bei einer Kollision zweier Züge im Ort Tahta nahe der ägyptischen Stadt Assiut seien 19 Menschen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Am Freitag hatte das Ministerium noch von 32 Toten gesprochen. Eine Überprüfung habe aber ergeben, dass es sich bei einigen um verletzte Komapatienten gehandelt habe, sagte Gesundheitsministerin Hala Sajid. Daher wurde die Zahl nach unten korrigiert. 

185 Menschen waren bei dem Unglück verletzt worden. Die beiden Züge stießen der Eisenbahnbehörde zufolge am Freitag zusammen, nachdem Unbekannte eine Notbremse gezogen und einen der beiden Züge damit zum Stehen gebracht hatten. Der zweite Zug sei daraufhin in diesen hineingerast. Unter anderem stürzte eine Lok um.

Die Wracks wurden unterdessen von der Unfallstelle entfernt und der Zugverkehr wieder aufgenommen. Verkehrsminister Kamil al-Wasir kündigte an, dass das ägyptische Zugnetz mit Investitionen von umgerechnet zwölf Milliarden Euro modernisiert werden soll. Bis Ende des laufenden Jahres sollten alle veralteten Züge ersetzt werden.

Verletzte sollen doppelte Entschädigung bekommen
Ministerpräsident Mustafa Madbouly versprach nach einem Besuch bei Verletzten im Krankenhaus schnelle Hilfe für die Opfer. Den Anweisungen von Präsident Abdel Fattah al-Sisi gemäß habe man sich auf eine Verdoppelung der Entschädigungssummen geeinigt.

Marode Eisenbahninfrastruktur, viele Unfälle
In Ägypten kommt es immer wieder zu schweren Zugunglücken. Ursache ist nach Ansicht von Kritikern häufig der schlechte Zustand von Zügen und Gleisen sowie die mangelhafte Ausbildung von Zugführern. Im Februar 2002 wurden beim bisher schwersten Zugunglück mehr als 360 Menschen getötet. Ein Teekocher löste damals in einem mit 4000 Menschen besetzten Zug ein Flammeninferno aus. Sieben Monate später wurden elf Mitarbeiter der Eisenbahngesellschaft vom Vorwurf der Fahrlässigkeit freigesprochen.

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