21.03.2021 11:00 |

Musik von Kerosin95

Eine steirische Stimme gegen die Gegensätze

Als Teil der Band My Ugly Clementine erhielt Kathrin Kolleritsch aus der Südsteiermark vor kurzem die Auszeichnung für das europäische Indie-Album des Jahres. Nun folgt unter dem Pseudonym Kerosin95 ein Solo-Album: Humorvoll aber auch voller Verletzlichkeit werden darauf Gegensätzlichkeiten ad absurdum geführt.

„Wärst du auch mal gern so zart? / Und wärst du auch gern so knallhart?“, rappt Kathrin Kolleritsch im Song „FUTTER“ und bringt damit die Dualität auf den Punkt, die das Projekt Kerosin95 prägen. Hier kommt zusammen, was sonst nur als Gegensatz gedacht wird. Das fängt schon damit an, dass Kolleritsch weder als Frau noch als Mann angesprochen werden möchte - so zumindest wird es im Begleitschreiben erklärt.

Geste der Provokation
Ein Schritt, den viele als Provokation verstehen dürften - doch genau von diesen Gesten lebt das Genre Rap ja, an dem sich Kerosin95 bedient. Nur anstatt halt mit sexistischen und homophoben Texten zu provozieren, so wie es unzählige Rapper tagein tagaus machen, setzt Kolleritsch verbale Stöße gegen das Patriarchat.

Doch Kerosin95 auf den gereimten Kampf gegen die Binarität der Geschlechter zu reduzieren, greift zu kurz: „Volume 1“ (erscheinen bei Ink Music) ist ein facettenreiches Album, das fröhlich-provokanten Rap („Heeey“) genauso beinhaltet wie gediegene Pop-Perlen im Stil der 1990er („Shiver“ mit Bandkollegin Mira Lu Kovacs) und nachdenkliche Indie-Balladen („Nie wieder fühlen“, „Nacht“).

Explosives Potpourri
Das Resultat ist ein Album auf der Höhe seiner Zeit: Rap und Pop, Humor und Ernsthaftigkeit, Verletzlichkeit und Angriffsfreude - all das vermengt Kerosin95 zu einem explosivem Potpourri, von dem man einfach nicht genug bekommen kann!

Christoph Hartner
Christoph Hartner
Freitag, 17. September 2021
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